Wie Hitler das Skateboard erfand

In sieben Schritten durch die Weltgeschichte
Wie Hitler das Skateboard erfand führt in sieben Schritten durch die Weltgeschichte
Wie Hitler das Skateboard erfand
Danny Kringiel

Verlag Kiepenheuer & Witsch, 2019

Rezension

Kurzmeinung

In sieben Schritten historische Zusammenhänge herleiten. Manchmal absurd, manchmal einfach nur genial.

Inhalt

Was genau hat Hitler mit der Erfindung des Skateboards zu tun? Oder welche Verbindung gibt es zwischen Gottlieb Daimler und dem iPhone?

Auf dem ersten Blick scheint das alles weit hergeholt, doch in nur sieben Schritten stellt der Autor Danny Kringiel die Zusammenhänge von einem historischen Ereignis zum einem beliebig anderen her. Daraus wird deutlich, dass das eine immer auch das andere bedingt.

Meinung

Danny Kringiel ist Redakteur im Zeitgeschichtsressort „einestages“ bei Spiegel online. Dort betreut er seit 2012 die Reihe „In sieben Schritten“. Es ist eine Reise durch das historische Geschehen und zeigt wie alles irgendwie miteinander zusammenhängt.

In dem Buch „Wie Hitler das Skateboard erfand“ findet sich eine Auswahl von diesen in sieben Schritten hergeleiteten historischen Verbindungen. Das Buch ist in, wie soll es anders sein, in sieben Abschnitte unterteilt. Beginnend mit „Zeitsprung in der Platte“. Dieser Abschnitt behandelt beispielsweise „Wie das NS -Regime Justin Biber zu einer Backgroundtänzerin verhalf. Im Abschnitt „Erfindungen mit Nebenwirkungen“ hingegen gibt es ein Kapitel, das erklärt „Wie die Erfindung der Glühbirne Frank Sinatra zur tödlichen Waffen machte“.

Darüber hinaus schildert der Autor anschaulich den Entstehungsprozess dieser teilweise sehr abstrusen Herleitungen. Er erklärt, was gerade ihn dazu befähigt, diesen Dingen auf den Grund zu gehen und wie viele Versuche er benötigt, um wirklich in sieben Schritten ans Ziel zu kommen. Für ihn ist seit jeher der Weg das Ziel. Dafür nimmt er gerne gedankliche Umwege in Kauf.

„Wie Hitler das Skateboard erfand“ ist eine kurzweilige und sehr unterhaltsame Weise durch die Weltgeschichte zu reisen. Manche Dinge haben mich verblüfft, andere fand ich doch sehr weit hergeholt. Die kurzen Unterbrechungen nach den jeweiligen Abschnitten, wie die Einblicke in den Arbeitsalltag des Autors, lockern das Buch auf und machen deutlich, dass man nicht alles zu ernst nehmen sollte. Auch wenn die Recherchearbeit akribisch durchgeführt wird.

Fazit

Für alle Leser, die sich überraschen lassen oder auf der nächsten Party mit erstaunlichem Wissen brillieren wollen, ist es das perfekte Buch. Es ist humorvoll und voller Leichtigkeit, die allerdings hart erarbeitet ist. Denn es ist nicht leicht, historische Zusammenhänge in sieben Schritten miteinander zu verbinden. Eine gelungene Zusammenfassung der Highlights.

Lovelybooks Leserpreis 2020

Der Lovelybooks Leserpreis 2020, die Nominierung für die Abstimmungsrunde läuft.
Lovelybooks Leserpreis

Der Lovelybooks Leserpreis

Auch in diesem Jahr darf auf Lovelybooks wieder abgestimmt werden. Der Lovelybooks Leserpreis wird nun schon zum 12. Mal verliehen und seine Bedeutung wächst. Die Mitarbeiter der Internetplattform für Buchliebhaber haben aus allen Neuerscheinungen des letzten Jahres, die Bücher herausgefiltert, die bei Lesern und Leserinnen auf die größte Resonanz gestoßen sind. Aus den zahlreichen Nominierten können alle Lesebegeisterten noch bis zum 12. November 2020 ihren Favoriten in die Abstimmungsrunde wählen. Die Preisträger werden am 26. November 2020 bekanntgegeben.

Wie kann man für den Lovelybooks Leserpreis abstimmen

Seit dieser Woche hat man als Buchliebhaber wieder die Möglichkeit seine Jahresfavoriten bis zum 12. November 2020 in die Abstimmungsrunde des Lovelybooks Leserpreises zu wählen. Dafür muss man sich auf der Internetseite von Lovelybooks anmelden (die Registrierung ist Voraussetzung) und dem Hinweis zum Leserpreis folgen. Nun kann man sich durch die 15 verschiedenen Kategorien arbeiten, darunter Romane, Krimi & Thriller, Bilderbücher, Humor, historische oder erotische Romane sowie auch bester Buchtitel. Pro Kategorie hat man genau eine Stimme, kann also nur ein Buch nominieren. Ich selbst habe schon gevotet und muss sagen, in manchen Fällen fiel mir die Entscheidung wirklich schwer. Jede Kategorie umfasst schätzungsweise 300 Titel (das ist meine Schätzung, ich habe nicht genau nachgezählt).

Wie geht’s weiter mit dem Lovelybooks Leserpreis

Die Bücher, welche die meisten Nominierungsstimmen auf sich vereinen konnten, treten in der Abstimmungsrunde an. Diese Runde beginnt am 16. November 2020. Die Kategorien bleiben bestehen, nur das sich die Auswahl deutlich verringert, denn in die Abstimmungsrunde schaffen es pro Rubrik 35 Bücher. Auch in diesem Durchgang hat der Leser pro Kategorie nur eine Stimme. Bis zum 24. November können Buchliebhaber für ihre Favoriten abstimmen. Die Sieger des Leserpreises werden von Lovelybooks am 26. November 2020 bekannt gegeben. Wie im Sport gibt es Gold, Silber und Bronze Medaillen zu gewinnen.

Fazit

Der Lovelybooks Leserpreis 2020, alle Buchfreunde sind aufgerufen für ihre Favoriten abzustimmen
Lovelybooks Leserpreis 2020

Jeder Bücherfreund ist aufgerufen abzustimmen. Unterstützt eure Lieblingsbücher oder Lieblingsautoren. Wie gesagt, mir ist die ein oder andere Entscheidung nicht leicht gefallen. Ich habe mir die Zeit genommen, mir alle Nominierten anzuschauen. Es ist schon Wahnsinn, wie viele fabelhafte Bücher in einer unglaublichen Vielfalt jedes Jahr erscheinen. Das sollten wir feiern. Dazu bietet uns der Leserpreis von Lovelybooks eine Plattform. Ich bin gespannt, welche Titel es in die finale Abstimmungsrunde schaffen.

Hinweis

Diesen Beitrag habe ich unentgeltlich aus meiner eigenen Initiative verfasst. Das Bildmaterial wurde auf der Presseseite von Lovelybooks zur Verfügung gestellt.

Lotto – Lebenstraum

Lotto – ein Szenario in Stichpunkten

Lotto – Ziehung

sie sitzt vorm Fernseher, glaubt es kaum

wirft den Laptop an und geht auf Immobiliensuche

engagiert einen Markler

findet ihr Traumhaus auf dem Land und kauft es

Lotto – Überraschung

sie kocht, macht sich chic und legt ihrem Mann die Unterlagen vom Kauf vor

Entsetzen

er fühlt sich übergangen, hintergangen, schweigt

sie redet, erklärt, freut sich

sein Schweigen wird im Gegenzug lauter

sie redet immer noch, schwärmt vom Leben auf dem Land, von den Tieren, die sie haben werden

er sagt nur NEIN

Lotto – Streit

jetzt schweigt sie

dann stürzt ein Wortschwall von Argumenten auf ihn ein

Ruhe Garten Platz mehr Zeit zu Zweit

er sagt NEIN

er wird wütend

sie wird wütend

er fordert sie auf, vom Kauf zurück zu treten

sie sagt NEIN

er sagt ohne ihn

er hasst das Landleben von Hunden bekommt er asthmatische Anfälle keine Restaurant fehlende Kultur weiter Arbeitsweg

beide schweigen

keiner gibt nach

Ende

Albert, Bärbel und Christine

Ein Konflikt

Albert

„Früher war Christine hübsch. Damals hatte sie noch Auswahl an Männern. Aber keiner war ihr gut genug“, sagte Albert mürrisch. „Nun sei doch nicht so“, mahnte seine Frau Bärbel. Sie hantierte nebenbei in der Küche, um das Familientreffen zu Kaffee und Kuchen vorzubereiten. Diese Treffen fanden mittlerweile nicht mehr allzu häufig statt und jedes Mal gerieten Albert und seine jüngere Schwester Christine aneinander. Ein ums andere Mal war es an Bärbel den Streit zu schlichten oder von vornherein im Keim zu ersticken. Meist lief es darauf hinaus, dass Albert und Bärbel, nachdem die Familie wieder weg war, stritten.

Christine

„Immer nimmst du sie in Schutz“, kam es von Albert aus dem Wohnzimmer. Sein ärgerlicher Ton gab Bärbel eine Vorstellung davon, wie der Tag verlaufen würde. Albert würde Christine wieder darauf reduzieren, dass sie nie geheiratet hatte, dass sie im Job wenig erreicht hatte und und und. Dabei war Christine eine fröhliche Mitfünfzigerin, die mit beiden Beinen im Leben stand. Nur Albert sah das anders. In seiner konservativen Welt musste eine Frau wenigstens einmal verheiratet gewesen sein. Von dieser veralteten Ansicht ließ er nicht ab. „Ich nehme Christine nicht in Schutz, ich bin nur anderer Meinung als du!“ Auch Bärbels Tonfall nahm eine genervte Note an. „Ich bin es so leid, mir das anzuhören. Sei froh, dass Christine überhaupt noch zu den Treffen zu kommen.“

Bärbel

Bärbel öffnet den Backofen, um den Kuchen herauszunehmen. Ein Schwall heißer Luft ließ ihr Brille beschlagen. Als sie ins Wohnzimmer kam, saß Albert schon am gedeckten Tisch. Bärbel atmete tief durch. „Bitte halt dich heute einfach zurück. Ich möchte ein harmonischen, fröhliches Beisammensein.“ Alberts Blick sagte ihr, dass er ihre Bitte nicht nachkommen würde. Wann war ihr Mann zu so einem Ekel geworden?

Ende

David Copperfield – Film

David Copperfield – einmal Reichtum und zurück

David Copperfield Romanvon Charles Dickens, in dem der Autor erstmals aus der Ich Perspektive erzählt
Der RomanDavid Copperfield
Großbritannien/USA 2020
Regie: Armando Iannucci
Darsteller: Dev Patel, Hugh Laurie, Tilda Swinton, Peter Capaldi

Der Roman

Es ist schon einige Jahre her ist, dass ich „David Copperfield“ von Charles Dickens letztmalig gelesen habe. Dennoch ist mir Davids Geschichte bestens im Gedächtnis geblieben. Von den markanten ersten Sätzen, mit denen David Copperfields das Licht der Welt erblickt bis zu jener schmierigen und hinterhältigen Figur Uriah Heep.

Sowohl in David Copperfield wie auch in Oliver Twist findet man einige Parallelen zu Dickens eigenem Leben. Besonders Armut und sozialen Missstände im viktorianischen England, finden sich in seinen Roman wieder. Egal in welchen Schwierigkeiten die dickischen Protagonisten stecken, eins haben sie gemeinsam, ihre positive Einstellung zum Leben.

Inhalt

Dieser positive Grundton macht auch die Geschichte des David Copperfields aus. Nach der Wiederverheiratung seiner Mutter,muss der junge David sein behütetes zu Hause verlassen, um in der Flaschenfabrik des Stiefvaters zu arbeiten. Er wird nach London geschickt und wohnt dort bei der Familie des sehr liebenswürdigen, jedoch hochverschuldeten Mr. Micawbe.

Nach dem Tod seiner Mutter sucht der mittlerweile herangewachsene David seine einzige Tante Betsey Trotwood auf. Die Schwester seines Vaters ermöglicht ihm eine angemessene Ausbildung und besorgt ihm seine erste Anstellung in einer Anwaltskanzlei. Er verliebt sich in Dora, die Tochter seines Arbeitgebers. Das Leben scheint es endlich gut mit ihm zu meinen. Doch dann verliert seine Tante Betsey all ihren Besitz und ist bankrott. Doch so schnell lässt sich David Copperfield nicht unterkriegen.

Der Film

Kinokarte zum Film David Copperfield - einmal Reichtum und zurück
Kinokarte David Copperfield –
einmal Reichtum und zurück

Für den Film wurde die Geschichte etwas gerafft, ohne das die Aussage der Erzählung darunter leidet. Es geht um die Irrungen und Wirrungen, die einem im Leben erwartet. Der Film ist rasant, märchenhaft und sein bitterböser Slapstick Humor überschreitet nie die Grenzen der Lächerlichkeit. Es ist ein vergnügliches Spektakel mit großartigen, bunt gemischten Schauspielern. Tilda Swinton als eselverscheuchtende Tante Betsey ist hervorragend besetzt. Nur die Widerwärtigkeit des Uriah Heeps hätte eine Spur widerwärtiger sein können.

Fazit

David Copperfield ist einer meiner favorisierten Romane, deshalb habe ich den Film mit Spannung erwartet und wurde nicht enttäuscht. Es ist ein außergewöhnlicher Film, der dem Roman weitestgehend gerecht wird. Mit fröhlicher Leichtigkeit berichtet David Copperfield uns bildhaft von den Widrigkeiten seines Lebens. Es darf viel gelacht und auch ein bisschen geweint werden.

P.S. Kino
Kinosaal David Copperfield - einmal Reichtum und zurück
Kino

Ich habe den Film in einem Programmkino gesehen. Auch in Zeiten der Pandemie für mich ein wunderbarer Ort. Filme sind für Kinos gemacht, wir sollten die Kinos unterstützen, den sie sind ein wesentlicher Teil des kulturellen Lebens. Danke!

Gedicht I

Ich weiß

Du meinst es gut mit mir

Schau mich bitte nicht so an

Ich kann nichts dafür

Es ist einfach in mir drin

Und ich kann mich nicht dagegen wehr’n

Nein

Ich möchte dir keinen Kummer machen

Es ist zu stark

Bitte nicht weinen

Es ist zu spät für Tränen

Ich kann nicht bleiben

Ich muss jetzt geh’n

Es zieht mich fort von hier

Testen wie das ist

So mit mir allein

Ohne Rücksicht

Mitten durch

Wo mein Ziel ist

fragst du mich

Ich habe keine Ahnung wohin mein Weg mich führt

Erwarten – wenig, Erhoffen – viel

Ich wünsche mir nur

dass wir uns noch einmal wiederseh’n

in diesem

oder einem ander’n Leben

Bezahlter Blogbeitrag

Wenn man den Blogbeitrag in Auftrag gibt

Seiten im Internet

Auf einschlägigen Seiten im Internet, von denen ich hier keine direkt nennen möchte, gibt es zahlreiche Anzeigen, in denen nach Textern gesucht wird, die Blogbeiträge schreiben. Das bezieht sich in wenigen Fällen auf Unternehmen, die keinerlei Kapazität dafür frei haben und deshalb nach Freiberuflern suchen, die den Firmenblog auf dem Laufenden halten. Zu meiner Verwunderung suchen auch ganz normale Blogger nach Leuten, die sich um ihren Blog kümmern.

Mein Blog, bleibt mein Blog

Ja, okay, so eine Webseite inklusive Webspace Paket gibt’s nicht umsonst und es ist ratsam regelmäßig Beiträge zu veröffentlichen, um die Seite am Leben zu halten – keine Frage. Dennoch sollte man als Blogger seine Beiträge selber verfassen. Denke ich jedenfalls. Damit meine ich keine Blogs, die von vorneherein darauf ausgelegt sind Gastbeiträge zu veröffentlichen, sondern so stinknormale Blogs, wie meinen. Jeder Leser kann bei mir davon ausgehen, dass ich die Bücher, zu denen ich Rezensionen veröffentliche, selber gelesen habe. Es ist meine subjektive Meinung, meine eigene Einschätzung die dort erscheint, weil es mein Blog ist. Dieser Blog ist mein Hobby. Deshalb habe ich ihn ins Leben gerufen, weil ich mich mit anderen Buchliebhabern austauschen wollte.

Nach zwei Jahren ist dies gelungen. Ich habe Autoren kennengelernt und andere Buchblogger. Vor allem geschah das über die sozialen Medien, in erster Linie „Instagram“. Ich versuche zudem regelmäßig Blogbeiträge, wie diesen hier zu veröffentlichen. Dabei käme ich nie auf die Idee andere für einen solchen Beitrag zu bezahlen. Deshalb wundern mich diese Anzeige immer wieder auf’s Neue, denn ich habe Spaß daran, diese Zeilen zu verfassen und mich mitzuteilen. Auf genau diesem Grund habe ich meinen Blog! Weil ich Freude daran habe die Webseite mit Inhalt zu füllen, der mir wichtig ist.

Ich pflege diesen Blog 100%!

Ausleihfrist…wie es ausging

In meinem letzten Blogbeitrag habe ich davon berichtet, dass meine Ausleihfrist für das e-book „Nachtleuchten“ abgelaufen war, ich allerdings trotzdem weiterlesen konnte. Zu meiner Überraschung es hat tasächlich ein paar Tage angehalten, dann war es von meinem Reader verschwunden.

Ich habe es sofort ein weiteres Mal ausgeliehen. Leider konnte ich die Leihfrist nicht verlängern, sondern musste neu ausleihen. Nun habe ich noch ca. 130 Seiten vor mir. Ich möchte meiner Rezension zwar nicht vorgreifen, dennoch muss ich ehrlich sagen, ich bin froh, wenn ich es beendet habe. Es zieht sich zeitweise wie Kaugummi.

Danach werde ich mal zu einer leichteren Lektüre übergehen.

Ausleihfrist

Wenn die Frist abläuft, aber das Buch noch auf dem Reader ist

Dieses Jahr war die Autorin María C. Barbetta zu Gast bei den Bielefelder Literaturtagen (https://lesepartie.de/wir-lesen-laut/). Geboren und aufgewachsen in einem Außenbezirk von Buenos Aires, führte ein Stipendium sie nach Berlin. Seit 2005 ist sie als freie Autorin tätig. Anstatt auf ihrer Muttersprache Spanisch zu schreiben, entschied sie sich ihre Romane in der deutschen Sprache zu verfassen.

Der sehr lebendige, literarische Abend mit María C. Barbetta erinnerte mich daran, dass ihr Roman „Nachtleuchten“ noch auf meiner Liste der zu lesen wollenden Bücher steht. Bevor diese Erkenntnis wieder im allgemeinen Leseralltag untergeht, schaute ich auf meinem Ebook Reader nach, ob der Roman in der Online Ausleihe verfügbar ist.

Wie ich schon in einem meiner Beiträge im vergangenen Jahr berichtete, leihe ich gerne über die online Ausleihe Bücher aus. Zwar ist es schön, Bücher zu besitzen, dennoch versuche ich die richtige Balance zwischen Kaufen und Leihen zu finden. (https://lesepartie.de/buch-vs-ebook-reader/)

Jedenfalls war der Roman „Nachtleuchten“ zu dem Zeitpunkt ausgeliehen, sodass ich mich vormerkte. Anfang November sollte der Titel wieder freigeschaltet sein. Zu dem Zeitpunkt las ich Nora Bossongs „Schutzzone“. Kein Roman, den ich mal eben so weglesen konnte. Dafür ist das Thema zu komplex. Auch konnte ich selten mehr als drei oder vier Kapitel am Stück lesen, da ich mich sehr auf die Geschichte konzentrierte. So verstrich meine Ausleihzeit von 21 Tagen. Als ich mich dann endlich „Nachtleuchten“ widmen konnte, hatte ich noch eine Frist von 6 Tagen.

Ich begann zu lesen und dachte mir, wenn ich es nicht schaffe, leihe ich es eben nochmal. Am Freitagabend lief die Ausleihfrist ab und was geschah? Nichts. Ich kann immer noch weiterlesen. Allerdings traue ich mich nicht ins Menü zu gehen oder mehr zu tun als mich Seite für Seite vor zu wagen. Doch bis jetzt, ist das Buch noch auf meinem Reader. Ich hoffe, es wird die nächsten 250 Seiten noch bleiben, dann ist die Geschichte zu Ende.

Wie mir der Roman gefallen hat, werde ich hier auf dem Blog berichten!

FBM 2019/2

Mein zweiter Tag auf der Frankfurter Buchmesse 2019

Samstagmorgens ist schon bei der Anreise zu merken, dass es heute deutlich voller wird. Viele Busunternehmen haben Buchbegeisterte aus allen Teilen der Republik nach Frankfurt gebracht. Dementsprechend gestaltet sich auch der Einlass. Gerade der Einlass in Halle 3, an welcher der Shuttlebus vom Parkhaus hält, ist stark frequentiert. Das Taschen kontrolliert werden, ist sinnvoll, dennoch sollte die Messe den Einlass an den besucherstärksten Tagen besser organisieren.

Die Gänge sind voller Menschen, meist kommt man nur sehr langsam voran, immer wieder gerät der Menschenstrom ins Stocken.

Mein erstes Ziel ist wieder die ARD Bühne, auf der Denis Scheck der in einer Ausgabe „druckfrisch“ seine Favoriten auf der Bühne vorstellt.Sein Plädoyer für die Lyrik kann ich nur unterschreiben. Ein Gedicht zu lesen kostet nur wenige Minuten und eröffnet oftmals einen neuen Blickwinkel auf gewohnte Begebenheiten.

Welche Tatsache mich dann doch erschreckt ist, dass an die 700 Literaturpreise jährlich allein nur in Deutschland vergeben werden. 700 ist eine stolze Zahl. Da kommt mir ein Interview in den Sinn, welches Elke Heidenreich kürzlich gegeben hat. In dem sagt sie sinngemäß, dass sie wenig von diesen Preisen hält, weil sie es nicht gerecht findet Bücher gegeneinander antreten zu lassen. Nach einigem Nachdenken, stimme ich ihr zu. Eine Romanerzählung löst in jedem Leser etwas anderes aus.

Bei meinen Streifzug durch die Hallen entdecke ich die wunderbarsten Kostüme. Wieder sind viele junge Leute unter den Besuchern, die sich große Mühe gegeben haben. Es ist faszinierend wie viel Sorgfalt und Liebe in die kleinsten Details gelegt werden. Vielen Dank an alle, die sich solche Mühe geben und Messetage bunt machen.

Mein absoluter Favorit unter den Messeständen ist der Stand vom „keinundaber Verlag“. Ein Quader mit Wänden aus Büchern. Wenn der Besucher hineingeht, befindet er sich im Inneren, vor ihm eine Leinwand auf der Buchcover abgebildet sind, die sich immer wieder neu zusammenstellen bis eines aufblinkt. Dies muss man dann berühren, die anderen Cover verschwinden und man bekommt auf der Leinwand visuell vorgeführt, was gerade vorgelesen wird. Ich bin immer noch begeistert von dieser Idee. Es war eine Oase in all dem Trubel.

Ein weiteres Autorengespräch, welches ich verfolgte, führte Katharina Gerlach mit Norbert Scheuer über seinen Roman „Winterbienen“. Am Vorabend wurde dieser Roman anscheinend ziemlich im Literarischen Quartett zerrissen. Für mich unverständlich. Vor allem, wenn in Bezug auf das Buch Begriffe wie „völkisch“ fallen. Solche Aussagen sind in diesen Zeiten mehr als überflüssig und meiner Meinung nach unverantwortlich. Allerdings bin ich kein großer Fan des Formats, weil die Moderation hölzern ist und die Gespräche überheblich daherkommen.

Zum Glück nimmt der Autor die Kritik nicht zu ernst. Im Interview erklärt er, wie genau die Flüchtlingstransporte in den Bienenstöcken funktioniert haben. Allein auf diese Idee zu kommen, ist unglaublich.

Auf dem Blauen Sofa höre ich mir die Gespräche mit dem Autor Stewart O’Nan an, der über sein Buch „Henry persönlich“ spricht. Im Anschluss findet ein Gespräch mit John Strelecky statt, der mit seiner Trilogie über das Café am Rande der Welt einen großen Erfolg feiert. Auf dem Sofa sitzt ein entspannter Typ mit Hut. Er scheint wirklich sein Rezept für ein ausgeglichenes Leben gefunden zu haben.

Kurz bevor die Messe ihre Tore für diesen Tag schließt, fahre ich wieder zurück. Ich bin ziemlich kaputt und voll von den ganzen Eindrücken. Ich freue mich auf mein Hotel.

Es waren zwei interessante Tage, an denen ich viel gesehen, gehört habe und viele Begegnungen hatte. Am meisten erstaunen mich die Arbeitsweisen der Autoren und ihr Verhältnis zu ihren Figuren. Darüber habe ich in den zwei Tagen einiges erfahren können.

Links zum Thema:

https://www.lesepartie.de/fbm-2019-1

https://www.buchmesse.de