Juliet nacked – das Buch als Film

Gleich vorausgeschickt – Nick Hornby ist einer meiner favorisierten Autoren. Ich mag die charakteristische Durchschnittlichkeit seiner Figuren, die stets bemüht sind sich dem Leben zu stellen. Als ich„Julliet naked“ vor gut acht Jahren gelesen habe, machte ich gerade einen Kurzurlaub in einer beschaulichen, wenig lärmenden Ecke auf Mallorca. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.

Ducan, ein Mitvierziger, der eine Webseite betreibt, um seinem musikalischen Idol Tucker Crowe zu huldigen. Ein Idol, das während eines Auftritts 1986 einfach verschwand und seit dem nie wieder gesehen wurde. Im Internet versammeln sich eine Reihe von Fans, um die seltsamsten Theorien über das Leben und Lieben und die Musik des Singer Songwriters auszutauschen. Crowes bekanntestes Album „Juliet“ wird von der Plattenfirma mit den Songs in der Rohversion als „Juliet nacked“ veröffentlicht. Ducans Lebensgefährtin Annie kann seine Begeisterung über diese Version des Albums nicht teilen und verfasst einen Beitrag dazu auf der Website.

Tucker Crowe, verschollener Rockstar, lebt in einer amerikanischen Kleinstadt und verfolgt amüsiert die Ergüsse seiner treuen Anhänger. Von Annie fühlt er sich das erste Mal verstanden und nimmt Kontakt zu ihr auf. Es beginnt ein reger E-Mail Austausch.

Das zu der Geschichte des Buches. Nun läuft seit einigen Wochen der Film dazu in den Kinos. Gäbe es einen besseren Darsteller als Ethan Hawke für die Rolle des Tucker Crowe? Sicher nicht. Den Roman, der mich damals so begeistert hat, den ich aber in den vergangenen acht Jahren kein zweites Mal gelesen habe, wollte ich natürlich auch in der Kinoversion erleben.

Der Film hielt sich bis auf kleine, meist der Zeit geschuldete Abweichungen ziemlich genau an die Buchvorlage. Dennoch verspürte ich nicht die gleiche Faszination wie bei dem Roman. Natürlich bin auch ich acht Jahre älter geworden und manche Situation veranlasst mich nur zu einem wohlwollenden Lächeln. Ethan Hawke ist absolut sehenswert, doch konnte mich die Geschichte nicht mehr so für sich einnehmen wie sie es im September 2010 während der Lektüre im Ausspannungsurlaub auf Mallorca getan hatte.

Eigentlich bin ich dem Alter der Figuren nun wesentlich näher als beim Lesen. Trotzdem konnte ich kaum Gemeinsamkeiten mit deren Leben feststellen.

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