Jeder Anfang mit dir

Jeder Anfang mit dir ist eine Geschichte um Freundschaft und Liebe und die Hoffnung, den Tod mit Hilfe morderner Medizin zu überwinden
Marc Levy

erschienen im Blanvalet Verlag, 2021

aus dem Französischen von Eliane Hagedorn und Bettina Runge

Rezension

Kurzmeinung

„Jeder Anfang mit dir“ ist ein emotionaler Roman über den festen Glauben daran, dass Liebe den Tod mit Hilfe moderner Medizin überwinden kann.

Inhalt

Seit Kindheitstagen sind Luke und Josh beste Freunde. Sie verbindet die Faszination der medizinischen Forschung. Während ihres Studiums der Neurowissenschaften in Boston, freunden sie sich mit ihrer Kommilitonin Hope an. Jeder aus dem Trio besitzt ein außergewöhnliches, wissenschaftliches Talent. Schnell wird ihr Professor auf die Drei aufmerksam. Neben seiner Stelle an der Universität, ist Professor Flinch Leiter eines Forschungszentrum, das ungewöhnlichen Ideen von Studenten fördert und sie während ihres Studiums finanziell unterstützt. Luke und Josh forschen seit einiger Zeit an einem Verfahren, dass die Erinnerungen vom Gehirn auf einen Speicher überträgt, sodass nie wieder eine Erinnerung und die damit verbundene Emotion verloren geht. Durch die Unterstützung Flinch kommen sie schneller voran.

Josh und Hope verlieben sich ineinander und verleben eine glückliche Zeit. Bis die Ärzte bei Hope einen bösartigen Gehirntumor feststellen. Ihr bleibt nicht mehr viel Zeit. Nun liegen alle Hoffnungen auf dem frisch entwickelten Neurolink, der Hopes Gedächtnis in allen Facetten gespeichert hat. Wenn die Zeit reif ist, soll Hopes Wesen auf einen anderen Körper übertragen werden. Josh glaubt fest daran, dass sie eines Tages wieder zueinanderfinden. Wird es gelingen Zeit und Tod mit der Erfindung des Neurolinks zu überwinden?

Meinung

Wie in jedem seiner Romane erzählt Marc Levy auch in „Jeder Anfang mit dir“ von der großen Liebe und von Freundschaft, die allen Grenzen trotzt. Diesmal macht Levy die Künstlichen Intelligenz zum Thema. Was vor einigen Jahren noch wie Science Fiction geklungen hätte, ist heute absolut vorstellbar. Ein Neurolink, der unser gesamtes Gedächtnis speichert, inklusive dazugehöriger emotionaler Verbindungen, scheint im Bereich des Möglichen und ist dennoch bislang noch Zukunftsmusik.

Hier setzt der Autor an und inszeniert eine Geschichte rund um Freundschaft, Liebe und medizinisch Machbarem. Als Leser habe ich die Entwicklung von Josh‘ und Hopes Liebe verfolgt und war fasziniert von den Forschungen der drei Freunde. Als Hopes Tumor entdeckt wird, ist das natürlich ein heftiger Schlag für sie, deren Leben gerade erst beginnt. Doch die Freunde meistern es tapfer und entwickeln einen Plan, um den Tod zu überlisten. Ob es wirklich gelingen wird, weiß zum Zeitpunkt von Hopes Tod niemand. Gerade mit Hope habe ich sehr mitgelitten, und auch ihre Hoffnung geteilt.

Nach dem ersten Teil, der mit Hopes Tod endet, beginnt der zweite Teil. Die berühmte Pianistin Melody möchte vor allem den Ansprüchen ihres Vaters gerecht werden. Ihr Kalender ist voll von Konzertterminen. Für ein Privatleben fehlt ihr die Zeit. Sie ist dreißig Jahre alt, als sie nach einem Konzert bei einem Hubschrauberabsturz schwer verletzt wird. Nach monatelangen Krankenhausaufenthalten wird sie entlassen. Zurück im Haus ihrer Eltern fühlt sie sich fremd. Melody fehlt die Erinnerung an ihre Eltern und ihre Vergangenheit. Nachts träumt sie von einem völlig anderem Leben. Erst mit der Zeit versteht Melody, dass ihre Person und das vom Neurolink übertragene Gedächtnis nicht zusammenpassen.

Marc Levy schreibt über die wichtigen Themen im Leben; die Liebe und die Freundschaft. Ich konnte in die Erzählung eintauchen. Schnell wurden die Charakteren zu guten Bekannten. Luke blieb bis zur letzten Seite etwas undurchsichtig und unnahbar, was seinen Charakter jedoch eher unterstrichen hat. Auch die wissenschaftlichen Abschnitte, in denen die Figuren im Zentrum forschen, konnte ich gut nachvollziehen, obwohl ich naturwissenschaftlich nicht sonderlich bewandert bin. Mit Spannung verfolgte ich ihre Entwicklung, die mir in naher Zukunft durchaus möglich scheint.

Im Schlusswort formuliert Levy seine Arbeit mit diesen Worten

„Schreiben heißt, sich alles vorstellen zu können.“

Das hat der Roman wieder eindrucksvoll bewiesen.

Fazit

Marc Levy schafft es mit jedem Buch auf’s Neue mich zu begeistern. Auch dieses Mal ist es ihm gelungen ein komplexes Thema unterhaltsam zu beleuchten. Was für den einen ein Schreckensszenario ist, kann für einen anderen die einzige Hoffnung sein.

Marc Levy parvient à m’inspirer à nouveau à chaque livre. Cette fois aussi, il a réussi à éclairer un sujet complexe d’une manière divertissante. Ce qui est un scénario d’horreur pour l’un peut être le seul espoir pour l’autre.

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