In Zeiten des Tulpenwahns

Susanne Thomas

erschienen im Ruhland Verlag, 2021

Rezension

Kurzmeinung

Detailreich schildert der Roman „In Zeiten des Tulpenwahns“ Aufstieg und Niedergang des niederländischen Tulpenhandels anhand des Schicksals eines Witwers und seiner Tochter.

Inhalt

Durch einen Brand verlor der Gärtner Nicolaes Verbeeck seine Frau. Seitdem kümmert er sich liebevoll um seine Tochter Margriet und um seine ansehnliche Tulpensammlung. Die Verbeecks sind bescheidene und rechtschaffene Leute. Margriet ist eine wunderschöne, junge Frau, die sehr an ihrem Vater hängt. Mit Argwohn beobachtet er, wie seine Tochter die Blicke der Männer auf sich zieht.

Als der adelige Frans sich in Margriet verliebt, will ihr Vater die Verliebten trennen, doch Frans Eltern stimmen der nicht standesgemäßen Hochzeit überraschend zu. Um Margriet eine angemessene Aussteuer mitzugeben, steigt nun auch Nicolaes in den Tulpenhandel ein, den er bisher gemieden hat. Dann platzt die Blase, es kommt zum Crash und die Tulpen verlieren ihren Wert. Wird auch Nicolaes seine wertvolle Tulpensammlung und seine Existenz verlieren?

Handlung

Nahe Haarlem lebt der Gärtner Nicolaes Verbeeck mit seiner Tochter Margriet. Seine Frau ist bei einem Feuer, dass auch ihn schwer gezeichnet hat, ums Leben gekommen. Der größte Schatz neben seiner Tochter Margriet, ist seine wertvolle Tulpenzucht, für die er im Umland berühmt ist. Trotzdem weigert sich Nicolaes beim aufkommenden Tulpenhandel mitzumischen.

Nicolaes, ein bescheidener und hilfsbereiter Mann, der von seinen Nachbarn geschätzt wird. Seine Tochter, zu einer schönen, jungen Frau herangewachsen, zieht die Blicke der Männer auf sich. So fällt sie auch dem Sohn einer Hugenotten Familie, die aus Frankreich fliehen musste, auf. Jacques ist ein seltsamer Junge, seine Blicke verunsichern Margriet. Vom merkwürdigen Verhalten Jacques angestachelt, fällt er dem Spott der anderen jungen Erwachsenen zum Opfer. Nach kurzer Zeit verlässt seine Familie das Dorf wieder. Später wird Jacques Richter in Haarlem. Durch seine Stellung bekommt er die Gelegenheit, sich für den erlittenen Spott zu rächen.

Unterdessen verliebt sich Margriet in Frans, den Sohn eines Adeligen, und er sich in sie. Da Margriet weit unter seinem Stand steht, scheint es zunächst keine Hoffnung auf ein Happy End zu geben. Doch Willem, Vater von Frans, gerät in finanzielle Not und hört von der wertvollen Tulpensammlung des Herrn Verbeecks. Der Tulpenhandel hat gerade seinen Höhepunkt erreicht. Somit stimmen Frans Eltern der Heirat zu. Überglücklich plant das junge Paar seine Zukunft.

Um eine angemessene Mitgift beizusteuern, beginnt nun auch Nicolaes mit dem Handel von Tulpenzwiebeln. Die Geschäfte laufen gut, bis zu dem Tag, als es zum Crash kommt. Nicolaes versucht alles, um den Schaden möglichst gering zu halten. Er muss sich entscheiden, seine Tulpensammlung oder Margriets Mitgift. Dann wird er auch noch des Mordes an seinen Nachbarn beschuldigt. Als Margriet versucht ihrem Vater zu helfen, trifft sie auf Jacques, der nun die Stunde seiner Rache gekommen sieht. Damals hat er Margriets schüchternes Verhalten, als Abweisung empfunden, etwas womit sein nazistisches Wesen nie fertig wurde. Er ist davon getrieben, die Menschen zu ruinieren, die ihm das Leben erschwert haben. Wird er auch Margriets Glück zerstören?

Meinung

Im 17. Jahrhundert bricht in Holland der Tulpenwahn los. Tulpenzwiebeln erreichen Höchstpreise und manch einer wird dadurch zum reichen Mann. Doch wie es bei Spekulationen dieser Art ist, irgendwann platzt die Blase.

Genau in dieser Zeit spielt die Geschichte des Romans und zeigt, wie schnell sich die Dinge ändern können. Traurigerweise trifft es ausgerechnet die sympathischsten Charaktere am heftigsten.

Sehr detailreich, mit dem Blick eines Malers, schildert die Autorin die jeweiligen Szenen. Sie beschreibt die damalige Kleidung und Lebensbedingungen sehr genau. Auch passt sie sich der früheren Sprache, soweit möglich, an. Alles in allem wirkt der Roman dadurch sehr authentisch und man bekommt ein genaues Bild dieser Zeit. Nach meinem persönlichen Empfinden sind manche Beschreibungen etwas zu ausufernd geraten, sodass meine Fantasie kaum eigenen Raum bekam, um sich zu entfalten. Die teilweise sehr verschachtelten Sätze musste ich oftmals zweimal lesen, um zu verstehen, was gemeint ist. Ein unbeschwertes, leichtes Lesen bietet der Roman nicht.

Ebenso ist die Geschichte an sich keine leichte Kost. Nicht nur, dass der blühende Tulpenhandel ein jähes Ende findet, auch die Charaktere, die einem beim Lesen ans Herz gewachsen sind, allen voran Margriet und ihr Vater, werden vor eine schwere Prüfung gestellt. Nur kurze Zeit wohnte der aus Paris geflohene Jacques mit seiner Familie im gleichen Ort wie die Verbeecks, doch er ist ein Narzisst, der nicht verzeihen kann. Seine Welt dreht sich um ihn, und wer das anders sieht, ist sein Feind. Er treibt ein durch und durch falsches Spiel. Und das schlimmste ist, dass er anscheinend damit durchkommt und Menschen ins Unglück stürzt.

„In Zeiten des Tulpenwahns“ ist ein anspruchsvoller Roman. An manchen Stellen etwas zu ausufernd und zu detailliert in der Beschreibung. Trotzdem greift die Autorin ein spannendes Thema auf und verpackt es in einer ungewöhnlichen Geschichte, die einige unerwartete Wendungen nimmt.

Fazit

Ein historischer Roman, dessen authentische Geschichte überzeugt.

Ich bedanke mich herzlich für das Rezensionsexemplar

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