Hin und weg

Hin und Weg erzählt über die  erste große Liebe und den ersten großen Schmerz. William ist in Sarah verliebt, die jedoch nicht so leidenschaftlich empfindet.
Ethan Hawke

übersetzt aus dem amerikanischen Englisch von Kristian Lutze

erschienen beim Verlag Kiepenheuer & Witsch, 1997

Rezension

Kurzmeinung

„Hin und weg“ erzählt die Geschichte eines jungen Mannes, der seine erste, große Liebe trifft und schmerzlich erkennen muss, dass sie nicht die gleiche Leidenschaft für ihn empfindet.

Inhalt

William Harding lebt in New York. Er ist Schauspieler. Eines abends lernt er in einer Bar Sarah kennen. William ist fasziniert von ihr und setzt alles daran, sie näher kennenzulernen. Doch Sarah ist unentschlossen, ob sie wirklich eine Beziehung mit ihm möchte. Mal lässt sie William nah an sich heran, dann stößt sie ihn wieder von sich. Er versucht auf ihre Launen einzugehen, denn er ist bis zum Wahnsinn in sie verliebt.

Je mehr er liebt, desto mehr zieht Sarah sich zurück. Nachdem das Paar eine wundervolle Woche in Paris verbrachte, fliegt Sarah alleine zurück nach New York. William bleibt für Filmaufnahmen einige Wochen länger. Als er voller Vorfreude Sarah wiederzusehen in New York ankommt, scheint Sarah seine Wiedersehensfreude nicht zu teilen.

Handlung

Der zwanzigjährige William Harding lebt als Schauspieler in New York. Eines abends trifft er in einer Bar die Sängerin Sarah. Sie ist so ganz anders, als die Frauen, mit denen er sonst ausgeht. Er ist von ihr hin und weg. Fasziniert sucht er ihre Nähe. Sie lässt es nur bedingt zu, dennoch zieht sie übergangsweise bei ihm ein, bis ihre Wohnung frei wird. Für William beginnen aufregende drei Monate, in denen er emotional Achterbahn fährt. Er ist bedingungslos verliebt, allerdings erwidert Sarah seine Liebe mit weniger Hingabe.

Er ist völlig offen, erzählt ihr viel aus seinem Leben, sie hält sich zurück. Als William für einige Wochen nach Frankreich muss, um einen Film zu drehen, fliegen sie gemeinsam eine Woche früher. Sie verbringen diese Woche in Paris. Für William sind es traumhafte Tage. Am liebsten würde er Sarah auf der Stelle heiraten.

Sofort nach dem Drehende reist William zurück nach New York. Er kann es kaum erwarten Sarah wiederzusehen. Doch Sarah gibt sich zurückhaltend und lässt ihn zusehends spüren, dass sie keinen Wert auf seine Nähe legt. Völlig verzweifelt versucht William die Beziehung zu retten und scheitert an Sarahs Distanziertheit. Voll innerem Schmerz fügt er sich auch äußerliche Wunden zu. Sein Liebeskummer zieht ihn in einen dunklen Strudel hinein, aus dem er erst nach und nach wieder herauskommt und seine große Liebe überwindet.

Meinung

„Hin und weg“ habe ich das erste Mal 1997, als er in Deutschland erschien, gelesen. Ich mag Ethan Hawke als Schauspieler, vor allem in der „Before“ Trilogie, aber auch in Filmen wie „Club der Toten Dichter“ oder „Reality Bits“. Den Roman „Hin und Weg“ habe ich wieder hervorgeholt, weil ich vor einigen Wochen Hawkes neues Werk „Hell strahlt die Dunkelheit“ gelesen habe. Die Hauptfigur ist William Harding, nur zwanzig Jahre älter. Und wieder steht er vor den Trümmern einer Liebesbeziehung.

Ich holte also den Roman aus den Tiefen meines Bücherschranks hervor und beschloss ihn ein weiteres Mal zu lesen. Mit dem Abstand von über zwanzig Jahren hat der Roman nicht an Kraft verloren. Dennoch habe ich, soweit ich mich erinnere, Sarah damals weniger neurotisch empfunden. Sie hat massive Selbstzweifel und ist verunsichert, weil William ihre Unzulänglichkeiten nicht sehen will. Er ist verliebt, fasziniert und sie versteht einfach nicht warum.

Anstatt sich darauf einzulassen, stößt sie ihn immer wieder von sich weg und behandelt ihn auf eine ziemlich miese Weise. Sie beendet die Beziehung bevor er es kann, auch wenn er es gar nicht vor hat. Es scheint eine Art Selbstschutz zu sein, dabei verschenkt Sarah die Chance auf Glück.

Der Roman ist in einundzwanzig Kapitel unterteilt, was wahrscheinlich darauf abzielt, dass William am Ende des Buches seinen einundzwanzigsten Geburtstag feiert und somit in den USA als erwachsen gilt. Er selbst fühlt sich an dem Tag traurig, verlassen und mies. Er durchlebt alle möglichen Emotionen bis er langsam zu akzeptieren beginnt, dass Sarah zwar seine große Liebe, aber er nicht die ihre ist. Es ist tragisch dem jungen Mann dabei zuzusehen, wie er alles versucht, um dieser Beziehung eine Chance zugeben und kläglich scheitert.

Nach zwanzig Jahren ist mein Blick natürlich auch ein anderer. Und ich muss ehrlich zugeben, dass er abgeklärter ist. Oftmals habe ich gedacht, dass er nur seine Zeit mit Sarah und ihren Launen verschwendet. Aber mit zwanzig sieht man das anders. Man leidet auch mehr, man hofft mehr, man fühlt die Tragik anders, denn es ist das erste Mal, dass William sich so sehr verliebt, das erste Mal, dass er wahrhaftig liebt. Und das ist der Moment, in dem ich ihn wieder verstehen kann, weil ich mich erinnere. Ethan Hawke erzählt die Geschichte von William ehrlich, ohne je kitschig zu werden.

Fazit

Auch nach all den Jahren habe ich den Roman mit großer Freude gelesen, denn Ethan Hawke ist ein ganz außergewöhnlicher, großartiger Erzähler.

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