David Copperfield – Film

David Copperfield – einmal Reichtum und zurück

David Copperfield Romanvon Charles Dickens, in dem der Autor erstmals aus der Ich Perspektive erzählt
Der RomanDavid Copperfield
Großbritannien/USA 2020
Regie: Armando Iannucci
Darsteller: Dev Patel, Hugh Laurie, Tilda Swinton, Peter Capaldi

Der Roman

Es ist schon einige Jahre her ist, dass ich „David Copperfield“ von Charles Dickens letztmalig gelesen habe. Dennoch ist mir Davids Geschichte bestens im Gedächtnis geblieben. Von den markanten ersten Sätzen, mit denen David Copperfields das Licht der Welt erblickt bis zu jener schmierigen und hinterhältigen Figur Uriah Heep.

Sowohl in David Copperfield wie auch in Oliver Twist findet man einige Parallelen zu Dickens eigenem Leben. Besonders Armut und sozialen Missstände im viktorianischen England, finden sich in seinen Roman wieder. Egal in welchen Schwierigkeiten die dickischen Protagonisten stecken, eins haben sie gemeinsam, ihre positive Einstellung zum Leben.

Inhalt

Dieser positive Grundton macht auch die Geschichte des David Copperfields aus. Nach der Wiederverheiratung seiner Mutter,muss der junge David sein behütetes zu Hause verlassen, um in der Flaschenfabrik des Stiefvaters zu arbeiten. Er wird nach London geschickt und wohnt dort bei der Familie des sehr liebenswürdigen, jedoch hochverschuldeten Mr. Micawbe.

Nach dem Tod seiner Mutter sucht der mittlerweile herangewachsene David seine einzige Tante Betsey Trotwood auf. Die Schwester seines Vaters ermöglicht ihm eine angemessene Ausbildung und besorgt ihm seine erste Anstellung in einer Anwaltskanzlei. Er verliebt sich in Dora, die Tochter seines Arbeitgebers. Das Leben scheint es endlich gut mit ihm zu meinen. Doch dann verliert seine Tante Betsey all ihren Besitz und ist bankrott. Doch so schnell lässt sich David Copperfield nicht unterkriegen.

Der Film

Kinokarte zum Film David Copperfield - einmal Reichtum und zurück
Kinokarte David Copperfield –
einmal Reichtum und zurück

Für den Film wurde die Geschichte etwas gerafft, ohne das die Aussage der Erzählung darunter leidet. Es geht um die Irrungen und Wirrungen, die einem im Leben erwartet. Der Film ist rasant, märchenhaft und sein bitterböser Slapstick Humor überschreitet nie die Grenzen der Lächerlichkeit. Es ist ein vergnügliches Spektakel mit großartigen, bunt gemischten Schauspielern. Tilda Swinton als eselverscheuchtende Tante Betsey ist hervorragend besetzt. Nur die Widerwärtigkeit des Uriah Heeps hätte eine Spur widerwärtiger sein können.

Fazit

David Copperfield ist einer meiner favorisierten Romane, deshalb habe ich den Film mit Spannung erwartet und wurde nicht enttäuscht. Es ist ein außergewöhnlicher Film, der dem Roman weitestgehend gerecht wird. Mit fröhlicher Leichtigkeit berichtet David Copperfield uns bildhaft von den Widrigkeiten seines Lebens. Es darf viel gelacht und auch ein bisschen geweint werden.

P.S. Kino
Kinosaal David Copperfield - einmal Reichtum und zurück
Kino

Ich habe den Film in einem Programmkino gesehen. Auch in Zeiten der Pandemie für mich ein wunderbarer Ort. Filme sind für Kinos gemacht, wir sollten die Kinos unterstützen, den sie sind ein wesentlicher Teil des kulturellen Lebens. Danke!

Jane Austens Überredung

Als junge Frau löste Anne Elliot, die Heldin dieses Janes Austen Romans, auf Anraten ihrer mütterlichen Freundin, Lady Russel, und des Widerstandes ihre Familie, die Verlobung mit dem damals mittellosen Frederick Wentworth. Kaum ein Tag vergeht, an dem Anne nicht um ihrer verlorene Liebe trauerte. Nun, acht Jahre später, vermietet ihr oberflächlicher Vater aus der finanziellen Not heraus sein Anwesen ausgerechnet an die Schwester Wentworth‘. Wentworth, mittlerweile ein angesehener, vermögender Marinekapitän und begehrter Junggeselle, und Anne, eine verblassende Schönheit Ende zwanzig, begegnen sich nach jahrelanger Trennung wieder. Gibt es eine Chance auf ein neues Glück für die beiden oder sitzt die Demütigung, die sie Wentworth zugefügt hat, zu tief, um auf ein Happy End hoffen zu können?

Anne ist die mittlere dreier Schwestern. Ihre ältere Schwester Elizabeth hat nach dem Tod der Mutter deren Platz eingenommen und ist ähnlich oberflächlich und verschwenderisch wie der Vater Sir Walter Elliot. Für beide zählt lediglich gesellschaftliche Stellung und Aussehen. Das Verhältnis zwischen ihnen und Anne ist kühl und distanziert. Eine gute, mütterliche Freundin findet Anne in Lady Russell. Ihre jüngste Schwester Mary, verheiratet mit Charles Musgrove, wohnt auf dem Landsitz der Musgroves und fühlt sich oft unverstanden und übergangen. Daher flüchtet sie sich regelmäßig in Krankheiten.

Aufgrund von finanzieller Not, muss Sir Walter einsehen, dass er sein Anwesen vermieten und nach Bath umsiedeln muss, um sein Gesicht zu wahren. Der neue Hausherr auf Kellynch Hall wird Admiral Croft, der Schwager von Kapitän Frederick Wentworth, dem Mann, mit dem Anne acht Jahre zuvor verlobt war. Damals folgte Anne, unerfahren und jung, dem Rat ihrer Freundin Lady Russell und löste die Verlobung, woraufhin Wentworth zur Marine ging, um dort Karriere zu machen. Anne hat ihn bis zum heutigen Tag nicht vergessen.

Bevor auch Anne nach Bath übersiedelt, verbringt sie einige Zeit im Haus ihrer Schwester Mary, um diese aufzumuntern. Eingebettet im familiären Kreis der Musgroves fühlt Anne sich sehr wohl. Die Schwägerinnen Marys, Luisa und Henrietta, sind zwei lebensfrohe, temperamentvolle junge Damen, die gerne tanzen. Da die Musgroves nicht weit entfernt von Kellynch Hall leben, kommt es zu einem Besuch Admiral Crofts und seiner Frau mit ihrem Bruder Kapitän Frederick Wentworth. Dem ersten Treffen kann Anne noch aus dem Weg gehen, doch tags darauf steht Wentworth unerwartet vor ihr und beachtet sie kaum. Nun begegnet Anne ihm täglich. Luisa und Henrietta buhlen um seine Aufmerksamkeit und es wird immer deutlicher, dass er sich bald für eine der beiden entscheiden wird. Anne bleibt die stille Beobachterin der Dinge. Als Luisa bei einem Ausflug in Limes einen schrecklichen Unfall erleidet, sind die fröhlichen Tage jäh zu Ende.

Anne reist zu ihrem Vater nach Bath, um dort am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Im Haus ihres Vaters lernt sie Mr. Elliot kennen, den Nachfolger ihres Vaters. Nach einem jahrelangen Zerwürfnis, kam es zur Versöhnung. Zwar ist Anne beeindruckt von Mr. Elliot, bleibt ihm gegenüber allerdings misstrauisch. Durch Marys Briefe erfährt Anne von den bevorstehenden Hochzeiten von Henrietta mit ihrem Cousin und Luisa mit Kapitän Benwick, einem Freund von Wentworth. Einige Wochen vergehen, da entdeckt Anne Kapitän Wentworth in Bath. Sie treffen sich einige Male und es entstehen zwischen ihnen wieder innige Momente, so dass Anne doch noch auf ein gutes Ende hofft. Doch durch eine alte Schulfreundin erfährt Anne, dass es in Bath ein offenes Geheimnis ist, dass sich Mr. Elliot für Anne interessiert und dass es nun in absehbarer Zeit eine Hochzeit im Haus Elliot geben wird. Die gesamte Familie Musgrove trifft ebenfalls in Bath ein, um Hochzeitsvorbereitungen zu treffen. In ihrem Hotelzimmer kommt es zu einer erneuten Begegnung von Anne und Wentworth. Anne ist nun fest entschlossen alle Missverständnisse auszuräumen und für ihre Liebe zu kämpfen.

„Überredung“ ist der letzte vollständig erzählte Roman von Jane Austen bevor sie starb. Ihre Heldin Anne ist diesmal eine Frau, deren jugendliche Schönheit schon verblasst. Sie ist auf dem Weg eine unverheiratete Jungfer zu werden, welche am Piano die Musik spielt, zu welcher die jungen Leute tanzen. Durch das Auftauchen ihrer großen Liebe, blüht auch sie langsam wieder auf. Anne durchlebt in diesem Roman einen sichtbaren Wandel, welcher sich nicht nur in ihrem Äußeren zeigt, sondern ihr auch eine innere Stärke verleiht. Am Ende hat sie den Mut gegen alle Widerstände um ihren Kapitän Wentworth zu kämpfen. Dieser Roman ist allein schon durch die Protagonistin kein typischer Jane Austen, aber ein absolut lesenswerter. Die Figuren sind lebhaft beschrieben und Anne ist ausgesprochen sympathisch in ihrer ruhigen Art. Es gibt keinen solchen Schlagabtausch wie beispielsweise bei „Emma“, dennoch ist die Schreibweise verständlich und beschreibt sehr anschaulich. Als Leser sieht man diesen aufs Äußere bedachten Vater genau vor sich, ebenso wie die gegensätzliche Lebendigkeit der Musgrove Familie. Mit jeder Zeile, der man dem Buchende näher kommt, wünscht man Anne ihr Happy End von ganzem Herzen.