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Unterleuten

Juli Zeh

Unterleuten, ein kleines Dorf irgendwo im brandenburgischen. Es gibt die Alteingesessenen, deren Familien seit Generationen dieses Dorf bevölkern und dann gibt es die Aussteiger, aus der Stadt, die ihre Vorstellung der dörflichen Idylle leben wollen. Als eine Windkraftanlage gebaut werden soll, regt sich Widerstand. Jahrzehnte lang gepflegte Feindschaften treten zu Tage, ebenso wie Lebenslügen und der Glaube der Zugezogenen, bei all dem mitzumischen zu können. Das Dorf geht alle an! Doch wer sind alle, wenn ständig gegeneinander und nicht miteinander gekämpft wird?

Unterleuten lebt vor allem von der Landwirtschaft. Nach dem Ende der DDR, wandelten die Unterleutener ihre LPG zu einer GmbH um. Treiben Kraft dabei Gombrowski, der Sohn des letzens Unterleutener Großgrundbesitzers und zu DDR Zeiten Leiter der LPG. Gombrowski setzt sich für sein Dorf und die Bewohner ein, dabei ist die Wahl seiner Mittel nicht immer legal und oftmals fragwürdig. Trotz seines Engagements und seiner Stellung im Dorf, erfreut er sich keiner großen Beliebtheit.

Sein Widersacher Kron, überzeugter Kommunist und der Querulant im Dorf, lässt nichts aus, um Gombrowski ins schlechte Licht zu rücken.

Dann sind da die Städter, die auf dem Land einen ruhigen, idyllischen Zufluchtsort suchen. Flies, ehemaliger Uniprofessor, und seine junge Frau Jule mit ihrem Baby. Flies arbeitet für den Vogelschutz und legt jedem Bauvorhaben in der Umgebung Steine in den Weg. Das macht ihn bei manchen Bewohnern wenig beliebt. In Unterleuten regelt man solche Sachen unter sich. Das bekommen Flies und seine Familie deutlich zu spüren.

Linda Franzen und ihr Freund Frederik haben sich ebenfalls ein renovierungsbedürftiges Anwesen in Unterleuten gekauft. Linda möchte dort eine Pferdezucht gründen. Auch für sie ist es nicht einfach ihr Ziel zu verwirklichen. Zum einen torpediert Flies ihre Umbaugenehmigung für die Pferdeställe und selbst bei den Koppelzäunen erhebt er Einspruch. Zudem weigert sich ein Investor aus dem Westen, ihr die Wiese hinter dem Haus zu verkaufen.

Als eines Tages bekannt wird, dass Windräder in Unterleuten errichtet werden sollen, ändert sich die Lage. Es regt sich Widerstand, bis einige wenige erkennen, dass die Windräder beschlossene Sache sind und nur die Frage ist, auf welchem Grundstück sie errichtet werden. Durch die großzügige Pacht, wäre derjenige, auf dessen Grundstück die Windräder gebaut werden, saniert. Durch die Windräder kommt Bewegung in das Dorf, alte Fronten brechen wieder auf und lang Vergessenes kommt wieder zu Tage. Nur das dieses Mal die „Neuen“ versuchen in den ganzen verzweigten Seilschaften des Dorfes mitzumischen. Am Ende verlieren einige alles und andere gehen gestärkt aus diesem Umbruch hervor.

Juli Zehs Roman „Unterleuten“ erzählt von einem Dorf, das um seine Existenz kämpft. Dessen ländliche Machtmechanismen jenseits der Gesetzgebung funktionieren. Der Roman verdeutlicht darüber hinaus denn Generationenkonflikt. Es sind noch immer die „alten Männer“, die das Dorfleben bestimmen sowie schon zu Zeiten der DDR.

Doch Juli Zeh malt nicht schwarz-weiß, es gibt nicht da die Guten und auf der anderen Seite die Bösen. Sie lässt die Figuren für sich sprechen und erzählt deren Geschichte. Der Leser erfährt, warum sie so handeln, wie sie es tun. Es gibt die tragischen und die von der Gesellschaft abgehängten, die Glücksritter auf der Suche nach ländlichem Frieden. Dem Roman gelingt ein Portrait eines Dorflebens, das Jahrzehnte lang an alten Strukturen festgehalten und an dessen Oberfläche es gebrodelt hat. Nun genügt ein kleiner Funke, um all die alten Geschichten hochkochen zu lassen. Erst die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit macht eine Neuordnung möglich.

Der Roman ist unterhaltsam geschrieben. Abwechselnd wird aus der Sicht der einzelnen Protagonisten erzählt, so dass der Leser der Handlung gut folgen kann und dabei die Figuren kennenlernt. Man merkt den Charaktere an, dass sie mit viel Sorgfalt und Liebe zum Detail erschaffen worden sind. Die Autorin überzeugt durch eine gute Beobachtungsgabe und durch Menschenkenntnis, die sie in die Figuren einfließen lässt.

Meiner Ansicht nach ist der Roman lesenswert, weil er einen Blick in gesellschaftliche Strukturen erlaubt, die es in ähnlicher Weise sicher gibt. Sowohl die desillusionierte, ältere Generation als auch die 20-30jährigen sind auf den Punkt beschrieben. Die einzige Kritik meinerseits betrifft das Ende. Den Epilog hätte ich in dieser Art nicht gebraucht. Manches kann man sich denken, anderes hätte man vielleicht nochmal aus der Sicht einer etablierten Figur schreiben können, um nicht am Ende eine weitere hinzufügen zu müssen.

http://www.unterleuten.de/

Die Geschichte der Bienen

Maja Lunde

„Die Geschichte der Bienen“ erzählt von drei Familien in drei verschiedenen Jahrhunderten, deren Leben von Bienen geprägt ist. Im Jahr 1852 leidet der englische Familienvater und Geschäftsmann William an einer schweren Depression, die ihm jegliche Motivation nimmt. Doch eines Tages erlangt er seinen Lebensmut zurück und beginnt mit dem Beobachten von Bienen.

2007 kämpft George in Ohio um seine Existenz als Imker. Seit Generation betreibt die Familie Savage ihre Bienenfarm, doch ist diese Art der Imkerei immer weniger rentabel. Daher trifft es George und seine Familie hart, als die Mehrzahl ihrer Bienenvölker stirbt.

Toa und Kuan leben mit ihrem dreijährigen Sohn Wei-Wen in China. 2098 gibt es keine Bienen mehr. Toa und Kuan arbeiten als Bestäuber von Obstbäumen. Während eines Familienpicknicks bricht Wei-Wen schlaff und fiebrig zusammen. Der Junge wird nach Peking gebracht und die Eltern aufgefordert nach zu Hause fahren. Was ist mit Wei-Wen geschehen und welcher Zusammenhang besteht zwischen diesen drei zeitlich versetzt lebenden Familien? Und welche Rolle spielen die Bienen?

Es ist das Jahr 2098. Tao, Kuan und der dreijährige Wei-Wen leben in China. Der Kollaps, der die Welt heimgesucht hat, ist Jahrzehnte her. China unterliegt einem streng strukturierten System, um das Überleben der Menschen zu sichern. Die Auswahl an Lebensmitteln ist begrenzt, vor allem Obst und Gemüse sind rar und wenn es etwas zu kaufen gibt, ist es unerschwinglich. Tao und Kuan arbeiten als Bestäuber auf den Obstplantagen, denn Bienen gibt es nicht mehr. Europa und die USA hat es am schwersten getroffen, nur wenige haben überlebt und die Hungersnot ist groß. Dennoch wünscht sich Tao für ihren Sohn ein anderes Leben. Nach monatelanger Schufterei auf der Plantage haben sie endlich einen freien Tag, den die Familie bei einem Picknick verbringt. Es ist ein schöner Tag, bis Wei-Wen plötzlich zusammenbricht und das Bewusstsein verliert. Im Krankenhaus erfahren die Eltern keine Einzelheiten und man schickt sie nach Hause, um dort zu warten. Sie erfahren nur, dass Wei-Wen nach Peking verlegt ist. Als Tao und Kuan wieder zurückkommen, ist der Ort, an dem sie das Picknick veranstaltet haben, abgesperrt und Militär bewacht den Platz. Tao kann sich nicht damit abfinden nur zu warten und nimmt all ihr Erspartes, um nach Peking zu reisen. In Peking erwartet sie eine verlassene und verfallene Stadt. Was sie dort sieht und erlebt, erschüttert Tao zu tiefst, dennoch bringt es sie nicht davon ab, ihren Sohn zu suchen.

William liegt seit Monaten in seinem Bett. Ihm ist die Leidenschaft abhanden gekommen. Sein Geschäft für Saatgut ist geschlossen, seine Familie braucht dringend neue Kleidung und Lebensmittel, doch William bleibt liegen. Er trauert um seinen Traum ein bekannter naturwissenschaftlicher Forscher zu werden. Doch die alltäglichen Pflichten und der nötige Unterhalt für seine Familie, ließen ihm keine Zeit für die Verwirklichung. Eines Tages kehrt er voller Tatendrang zurück ins Leben. Von nun an beginnt er mit seinen Beobachtungen der Bienen. Er entwirft einen modernen Bienenstock, um mehr über das Bienenleben herauszufinden. Große Unterstützung erfährt er dabei von seiner Tochter Charlotte, die ihm kaum von der Seite weicht. Allerdings nimmt William sie kaum wahr, denn er versucht verzweifelt, das Interesse seines Sohnes zu wecken. Mit dieser Forschung will er endlich die Anerkennung erreichen, die ihm jahrelang gefehlt hat. Ob es schlussendlich so kommen wird, entscheiden andere.

Seit Generationen ist die Savage Bienenfarm in Ohio ansässig. George ist mit Herz und Seele dabei. Doch die letzten Jahren waren kaum mehr rentabel, so dass er all seine Hoffnungen auf seinen Sohn Tom setzt. Tom studiert und hat den Wunsch Journalist zu werden, anstatt den Betrieb weiterzuführen. Es ist das Jahr 2007. Der Winter war mild, den Bienen geht es gut und George hofft, auf eine gute Saison. Unvermittelt trifft das Bienensterben, das später den Namen CCD bekommen soll, auch George. Es betrifft fast alle seine Bienenstöcke, aber er kämpft weiter um seine Existenz. Auch Tom sieht die alarmierenden Vorzeichen und entscheidet sich dafür, seinen Vater zu unterstützen.

Der Roman handelt von diesen drei Familien, die in unterschiedlichen Jahrhunderten leben, ihre familienspezifischen Probleme bewältigen müssen und die dennoch eines vereint; Die Geschichte der Bienen. William führt uns vor Augen, wie kompliziert die Erforschung der Bienen ist. Zudem wird der damalige Zeitgeist des naturwissenschaftlichen Erforschens, der Wissensdrang, aber auch im Umkehrschluss der Wunsch nach Anerkennung deutlich. William bekommt von seiner Tochter Charlotte alle Unterstützung, doch im Prinzip versucht er nur die Anerkennung seines Sohnes zu bekommen, welcher kein Interesse am Tun des Vaters zeigt. Ähnlich ergeht es George mit seinem Sohn Tom. Er kann Toms Leidenschaft für das Schreiben nicht nachvollziehen. Seit Generation betreibt die Familie diesen Imkereibetrieb und nun soll die ganze Arbeit, die George in den Erhalt gesteckt hat, keinen Wert haben. Auch Taos Leben ist bestimmt von den Bienen. Sie ersetzt die Arbeit der Bienen und dann verändert eine Biene Taos Leben von Grund auf.

Der Roman basiert auf dem real existierenden Bienensterben, das 2007/2008 viele Imker in den USA getroffen hat. CCD soll hervorgerufen werden von einer bestimmten Milbe, aber auch Monokulturen und Pestizide töten unsere Insekten. Wie eine Welt ohne Obst und Gemüse aussehen könnte, beschreibt die Autorin sehr anschaulich. Die Schreckensversion einer verlassenen Großstadt wie Peking sollte aufrütteln. Das Thema ist höchstaktuell und sollte wesentlich mehr Beachtung finden. Trotz all den Lobeshymnen auf diesen Roman, muss ich sagen, dass gerade die ersten 100 Seiten sich sehr ziehen. Bis die Geschichte Fahrt aufnimmt, muss man sich durch das erste Drittel des Buches kämpfen. Williams Selbstmitleid ist oft schwer zu ertragen. Auch wenn es für diese Zeit nicht üblich ist, dass Frauen wissenschaftlich Arbeiten, bin ich der Meinung, dass er Charlottes Tun und Meinung auf unverschämte Weise ignoriert. Gerade er hätte mit Anerkennung nicht sparen dürfen. Ebenso handelt es sich auch bei George mehr um einen Vater-Sohn Konflikt, als es tatsächlich um die Folgen des CCD geht. Wirklich überzeugt hat mich nur die Erzählung rund um Taos Schicksal. Das ständige Wechseln zwischen diesen drei Erzählungen lässt den Roman etwas unterhaltsamer werden. Meine Erwartungen an diesen Roman wurden leider nur bedingt erfüllt.

https://www.randomhouse.de/Buch/Die-Geschichte-der-Bienen/Maja-Lunde/btb-Hardcover

https://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article144151778/Sterben-die-Bienen-aus-sterben-auch-Menschen.html

Jane Austens Überredung

Als junge Frau löste Anne Elliot, die Heldin dieses Janes Austen Romans, auf Anraten ihrer mütterlichen Freundin, Lady Russel, und des Widerstandes ihre Familie, die Verlobung mit dem damals mittellosen Frederick Wentworth. Kaum ein Tag vergeht, an dem Anne nicht um ihrer verlorene Liebe trauerte. Nun, acht Jahre später, vermietet ihr oberflächlicher Vater aus der finanziellen Not heraus sein Anwesen ausgerechnet an die Schwester Wentworth‘. Wentworth, mittlerweile ein angesehener, vermögender Marinekapitän und begehrter Junggeselle, und Anne, eine verblassende Schönheit Ende zwanzig, begegnen sich nach jahrelanger Trennung wieder. Gibt es eine Chance auf ein neues Glück für die beiden oder sitzt die Demütigung, die sie Wentworth zugefügt hat, zu tief, um auf ein Happy End hoffen zu können?

Anne ist die mittlere dreier Schwestern. Ihre ältere Schwester Elizabeth hat nach dem Tod der Mutter deren Platz eingenommen und ist ähnlich oberflächlich und verschwenderisch wie der Vater Sir Walter Elliot. Für beide zählt lediglich gesellschaftliche Stellung und Aussehen. Das Verhältnis zwischen ihnen und Anne ist kühl und distanziert. Eine gute, mütterliche Freundin findet Anne in Lady Russell. Ihre jüngste Schwester Mary, verheiratet mit Charles Musgrove, wohnt auf dem Landsitz der Musgroves und fühlt sich oft unverstanden und übergangen. Daher flüchtet sie sich regelmäßig in Krankheiten.

Aufgrund von finanzieller Not, muss Sir Walter einsehen, dass er sein Anwesen vermieten und nach Bath umsiedeln muss, um sein Gesicht zu wahren. Der neue Hausherr auf Kellynch Hall wird Admiral Croft, der Schwager von Kapitän Frederick Wentworth, dem Mann, mit dem Anne acht Jahre zuvor verlobt war. Damals folgte Anne, unerfahren und jung, dem Rat ihrer Freundin Lady Russell und löste die Verlobung, woraufhin Wentworth zur Marine ging, um dort Karriere zu machen. Anne hat ihn bis zum heutigen Tag nicht vergessen.

Bevor auch Anne nach Bath übersiedelt, verbringt sie einige Zeit im Haus ihrer Schwester Mary, um diese aufzumuntern. Eingebettet im familiären Kreis der Musgroves fühlt Anne sich sehr wohl. Die Schwägerinnen Marys, Luisa und Henrietta, sind zwei lebensfrohe, temperamentvolle junge Damen, die gerne tanzen. Da die Musgroves nicht weit entfernt von Kellynch Hall leben, kommt es zu einem Besuch Admiral Crofts und seiner Frau mit ihrem Bruder Kapitän Frederick Wentworth. Dem ersten Treffen kann Anne noch aus dem Weg gehen, doch tags darauf steht Wentworth unerwartet vor ihr und beachtet sie kaum. Nun begegnet Anne ihm täglich. Luisa und Henrietta buhlen um seine Aufmerksamkeit und es wird immer deutlicher, dass er sich bald für eine der beiden entscheiden wird. Anne bleibt die stille Beobachterin der Dinge. Als Luisa bei einem Ausflug in Limes einen schrecklichen Unfall erleidet, sind die fröhlichen Tage jäh zu Ende.

Anne reist zu ihrem Vater nach Bath, um dort am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Im Haus ihres Vaters lernt sie Mr. Elliot kennen, den Nachfolger ihres Vaters. Nach einem jahrelangen Zerwürfnis, kam es zur Versöhnung. Zwar ist Anne beeindruckt von Mr. Elliot, bleibt ihm gegenüber allerdings misstrauisch. Durch Marys Briefe erfährt Anne von den bevorstehenden Hochzeiten von Henrietta mit ihrem Cousin und Luisa mit Kapitän Benwick, einem Freund von Wentworth. Einige Wochen vergehen, da entdeckt Anne Kapitän Wentworth in Bath. Sie treffen sich einige Male und es entstehen zwischen ihnen wieder innige Momente, so dass Anne doch noch auf ein gutes Ende hofft. Doch durch eine alte Schulfreundin erfährt Anne, dass es in Bath ein offenes Geheimnis ist, dass sich Mr. Elliot für Anne interessiert und dass es nun in absehbarer Zeit eine Hochzeit im Haus Elliot geben wird. Die gesamte Familie Musgrove trifft ebenfalls in Bath ein, um Hochzeitsvorbereitungen zu treffen. In ihrem Hotelzimmer kommt es zu einer erneuten Begegnung von Anne und Wentworth. Anne ist nun fest entschlossen alle Missverständnisse auszuräumen und für ihre Liebe zu kämpfen.

„Überredung“ ist der letzte vollständig erzählte Roman von Jane Austen bevor sie starb. Ihre Heldin Anne ist diesmal eine Frau, deren jugendliche Schönheit schon verblasst. Sie ist auf dem Weg eine unverheiratete Jungfer zu werden, welche am Piano die Musik spielt, zu welcher die jungen Leute tanzen. Durch das Auftauchen ihrer großen Liebe, blüht auch sie langsam wieder auf. Anne durchlebt in diesem Roman einen sichtbaren Wandel, welcher sich nicht nur in ihrem Äußeren zeigt, sondern ihr auch eine innere Stärke verleiht. Am Ende hat sie den Mut gegen alle Widerstände um ihren Kapitän Wentworth zu kämpfen. Dieser Roman ist allein schon durch die Protagonistin kein typischer Jane Austen, aber ein absolut lesenswerter. Die Figuren sind lebhaft beschrieben und Anne ist ausgesprochen sympathisch in ihrer ruhigen Art. Es gibt keinen solchen Schlagabtausch wie beispielsweise bei „Emma“, dennoch ist die Schreibweise verständlich und beschreibt sehr anschaulich. Als Leser sieht man diesen aufs Äußere bedachten Vater genau vor sich, ebenso wie die gegensätzliche Lebendigkeit der Musgrove Familie. Mit jeder Zeile, der man dem Buchende näher kommt, wünscht man Anne ihr Happy End von ganzem Herzen.