Blog

Gedicht I

Ich weiß

Du meinst es gut mit mir

Schau mich bitte nicht so an

Ich kann nichts dafür

Es ist einfach in mir drin

Und ich kann mich nicht dagegen wehr’n

Nein

Ich möchte dir keinen Kummer machen

Es ist zu stark

Bitte nicht weinen

Es ist zu spät für Tränen

Ich kann nicht bleiben

Ich muss jetzt geh’n

Es zieht mich fort von hier

Testen wie das ist

So mit mir allein

Ohne Rücksicht

Mitten durch

Wo mein Ziel ist

fragst du mich

Ich habe keine Ahnung wohin mein Weg mich führt

Erwarten – wenig, Erhoffen – viel

Ich wünsche mir nur

dass wir uns noch einmal wiederseh’n

in diesem

oder einem ander’n Leben

Bezahlter Blogbeitrag

Wenn man den Blogbeitrag in Auftrag gibt

Seiten im Internet

Auf einschlägigen Seiten im Internet, von denen ich hier keine direkt nennen möchte, gibt es zahlreiche Anzeigen, in denen nach Textern gesucht wird, die Blogbeiträge schreiben. Das bezieht sich in wenigen Fällen auf Unternehmen, die keinerlei Kapazität dafür frei haben und deshalb nach Freiberuflern suchen, die den Firmenblog auf dem Laufenden halten. Zu meiner Verwunderung suchen auch ganz normale Blogger nach Leuten, die sich um ihren Blog kümmern.

Mein Blog, bleibt mein Blog

Ja, okay, so eine Webseite inklusive Webspace Paket gibt’s nicht umsonst und es ist ratsam regelmäßig Beiträge zu veröffentlichen, um die Seite am Leben zu halten – keine Frage. Dennoch sollte man als Blogger seine Beiträge selber verfassen. Denke ich jedenfalls. Damit meine ich keine Blogs, die von vorneherein darauf ausgelegt sind Gastbeiträge zu veröffentlichen, sondern so stinknormale Blogs, wie meinen. Jeder Leser kann bei mir davon ausgehen, dass ich die Bücher, zu denen ich Rezensionen veröffentliche, selber gelesen habe. Es ist meine subjektive Meinung, meine eigene Einschätzung die dort erscheint, weil es mein Blog ist. Dieser Blog ist mein Hobby. Deshalb habe ich ihn ins Leben gerufen, weil ich mich mit anderen Buchliebhabern austauschen wollte.

Nach zwei Jahren ist dies gelungen. Ich habe Autoren kennengelernt und andere Buchblogger. Vor allem geschah das über die sozialen Medien, in erster Linie „Instagram“. Ich versuche zudem regelmäßig Blogbeiträge, wie diesen hier zu veröffentlichen. Dabei käme ich nie auf die Idee andere für einen solchen Beitrag zu bezahlen. Deshalb wundern mich diese Anzeige immer wieder auf’s Neue, denn ich habe Spaß daran, diese Zeilen zu verfassen und mich mitzuteilen. Auf genau diesem Grund habe ich meinen Blog! Weil ich Freude daran habe die Webseite mit Inhalt zu füllen, der mir wichtig ist.

Ich pflege diesen Blog 100%!

Schatten der Welt

Schatten der Welt handelt von drei Freunden, die versuchen ihren Platz in der Welt zu finden. Kurz vorm Beginn des Ersten Weltkrieges scheint das Glück zum Greifen nah.
Schatten der Welt Buchcover
Andreas Izquierdo

erschienen im Dumont Verlag 2020

Rezension

Kurzmeinung

Großartige, eindrucksvolle Erzählung über Freunde, Mut, Träume und ein schonungsloser Blick auf Eitelkeiten und Standesdünkel.

Inhalt

Thorn, ein Ort in Westpreußen. Dort bestimmt im Jahr 1910 die preußische Ordnung das gesellschaftliche Leben und man ist kaisertreu. Der dreizehnjährige Carl Friedländer, Sohn des Schneiders, ist ein nachdenklicher, sensibler Junge. Mit seinem Vater verbindet ihn ein liebevolles Verhältnis. Oft schwelgt dieser in Erinnerung und erzählt von der Zeit, als er die beste Schneiderei Rigas besaß und Carls Mutter noch lebte. Carls bester Freund ist der um ein Jahr ältere Artur. Ein hochgewachsener, stämmiger Bursche, der sich Respekt verschafft. Er strebt nach Besserem, als dem ärmlichen Dasein seiner Familie.

Eines Tages lernen die beiden jungen Männer Isi kennen. Die Tochter eines Lehrers ist klug, ehrgeizig und mit allen Wassern gewaschen. Das Trio will eine bessere Zukunft, raus aus den jetzigen Verhältnissen, weg vom Joch der Eltern und der preußischen Disziplin. Die geschäftstüchtigen sind in erster Linie Artur und Isi, mit einer Spur Skrupellosigkeit. Sie beißen sich durch und gründen ein florierendes Unternehmen. Carl ist weniger Geschäftsmann als Künstler. Obwohl er am Unternehmen beteiligt ist, nutzt er seine Chance und lässt sich zum Fotografen ausbilden.

Es scheint, als würde ihr Plan vom besseren Leben aufgehen, bis der Ausbruch des Ersten Weltkrieges alles zunichte macht. Mit einem Schlag gibt es kein Geschäft mehr. Die Freunde werden auseinandergerissen. Carl und Artur sind nun Soldaten. Carl wird als Kriegsfotograf eingeteilt, somit bleibt ihm die vorderster Front erspart. Artur kommt an die Ostfront. Nur Isi bleibt in Thorn zurück und muss sich dort gegenüber ihrem gewalttätigen Vater und den Machenschaften des Großbauerns zur Wehr setzen.

Der Krieg zwingt die Freunde sich auf eigene Faust durchzuschlagen. Es ist ungewiss, ob sie sich je wiedersehen und ob sich ihr Wunsch von einem besseren, selbstbestimmten Leben jemals erfüllen wird.

Meinung

Mit dem Roman „Schatten der Welt“ gelingt dem Autor Andreas Izquierdo ein umfassendes Portrait jener strengen, preußischen Vorkriegsjahre und der Willkür des Ersten Weltkrieges zu zeichnen. Die drei Protagonisten, allen voran der sensible Carl, kommen aus ärmlichen Verhältnissen. Im damaligen Preußen gab es für die untere Klasse wenig Hoffnung, auf Veränderung ihrer Lebensumstände. Die moderne Technik bot da einen Ausweg. Man musste nur klug genug sein, um seine Chance zu ergreifen. Genau das tut der clevere Artur.

Und tatsächlich scheint es, als ob die drei jungen Leute ihr Ziel erreichen. Bis der Krieg ihren Erfolg wieder zerstört. Plötzlich sehen sie sich einem sinnlosen Morden und erbarmungslosen Hunger gegenüber. An der Front sind die gesellschaftlichen Zustände wie gehabt. Das Sagen haben Adel und Großgrundbesitzer. Isi kämpft an der Heimatfront gegen Lebensmittelknappheit und die mächtigen Landbesitzer, die Profiteure des Krieges sind.

Auf über 500 Seiten erzählt der Roman von drei jungen Leuten, die ein Ziel verfolgen; ihr Leben selbstbestimmt gestalten zu können. Die Geschichte handelt von ihren Träumen, von ihrem Kampf gegen die Obrigkeit und die eigne Familie, aber auch von Freundschaft und den Mut etwas zu riskieren. Schonungslos wird sowohl der Umgang mit Dienstpersonal geschildert als auch die gesellschaftliche Rolle der Frau offengelegt, die in dieser Zeit wenige Rechte hat. Das Korsett der preußischen Ära ist eng, Titel sind alles.

Während des Krieges kämpft Artur an der Ostfront. Seine Erlebnisse werden detailgetreu wiedergegeben, sodass der Leser das Grauen der Schlachtfelder vor Augen hat. Das grausame, wahllose Morden und das Verheizen einer ganzen Generation, lässt der Autor in einer bildreichen Sprache auferstehen. Besonders herausheben möchte ich Carls Rolle während des Krieges. Als Fotograf und später als Filmregisseur schafft er Propagandabilder, die bis heute oftmals für bare Münze genommen werden. Doch es sind vielfach reine Inszenierungen. Der Erste Weltkrieg war ein Propagandakrieg. Carl verliert sich in seinen Inszenierungen und will diese weiter optimieren, ohne Bewusstsein dafür, was er tut. Seine Wandlung zu verfolgen, die dann jäh stoppt und Carl durch schreckliche Ereignisse wieder zu sich selbst findet, ist dem Autor fabelhaft gelungen.

Isi, die Dritte im Bunde, hat es ohne ihre beiden Freunde zu Hause in Thorn schwer. Sie ist eine emanzipierte, junge Frau, die sich durch ihr rebellisches Wesen immer wieder in Schwierigkeiten bringt. Ihr unbeugsamer Mut, den sie oftmals an den Tag legt, verlangt Respekt. Ab und an hoffte ich, sie würde es diesmal nicht bis zum Äußersten ausreizen, trotzdem konnte ich ihr Tun und ihre Wut nachvollziehen.

Jeder der drei Freunde hat in diesen Kriegsjahren viele entsetzliche Dinge erlebt. Das Romanende lässt Hoffnung aufkeimen, dass Carl, Artur und Isi eines Tages wieder zusammen finden.

Fazit

Das Buch ist ein außergewöhnliches Stück Zeitgeschichte. Der Erzählbogen hält über die vielen Seiten seine Spannung aufrecht. Sein leichter, detaillierter Schreibstil führte mich in die Welt von Thorn. Besonders mochte ich die eingebauten Cliffhänger, die immer vorab erahnen ließen, dass da noch was kommt. Trotz vieler Ungerechtigkeiten und tragischen Momenten, habe ich auch oft gelacht. Vor allem aufgrund der Versessenheit einen Titel verpasst zu bekommen und der Unverfrorenheit der jungen Hauptfiguren. Ich habe das Buch nur ungern für eine Lesepause aus der Hand gelegt. Auch die Geschichte von Carl, Artur und Isi wird mich noch einige Zeit beschäftigen. Mich hat der Roman vollends gefangen genommen und begeistert. Ich kann diesen Roman uneingeschränkt empfehlen. Und ich freue mich sehr auf die Fortsetzung!

Links zum Buch

https://www.lovelybooks.de/autor/Andreas-Izquierdo/Schatten-der-Welt-2572237037-w/

Der Delphi Code

Der Delphi Code handelt von einer App, die bestimmt, wen du liebst
Der Delphi Code Buchcover
Thomas Pyczak

Rezension

Kurzmeinung

Gute Idee, leider keine überzeugende Umsetzung. Spannungslos.

Handlung

Im griechischem Delphi findet ein Treffen einer IT Firma statt, um eine neuentwickelte App „Der Delphi Code“ vorzustellen. Diese App analysiert mit Hilfe von künstlicher Intelligenz Liebesbeziehungen in Echtzeit. Die eingeladenen Paare sollen ihre Beziehung mit der App auf den Prüfstand stellen. Es ist ein erster Testlauf für die App an realen Paaren.


Der Delphi Code, so der Name dieser App, wurde von Frauen entwickelt. Edelweiß und Victoria sind die Programmiererin, die übersinnliche Unterstützung von der Seherin Ada erhalten haben. Doch kann der Delphi Code, der ausschließlich auf Algorithmen der künstlichen Intelligenz aufbaut, tatsächlich zwischenmenschliche Beziehungen besser einschätzen als die Menschen?

Der Delphi Code, so der Name der App, wurde von Frauen entwickelt. Edelweiß und Victoria sind die Programmiererin, die übersinnliche Unterstützung von der Seherin Ada erhalten haben. Doch kann der Delphi Code, der ausschließlich auf Algorithmen der künstlichen Intelligenz aufbaut, tatsächlich zwischenmenschliche Beziehungen besser einschätzen als die Menschen?

Delphi, ein mystischer Ort, wurde passender Weise für dieses Treffen ausgewählt. Edelweiß, als eine der Hauptverantwortlichen für diese revolutionäre App, reist als erste dorthin und begegnet auf der Hinreise schon einer jungen Griechin, die ihr die Geschichte des Orakels näher bringt. Als am nächsten Tag die Paare eintreffen, beginnt der Testlauf der App, der schlussendlich aus dem Ruder läuft.

Meinung

Das Thema des Romans klingt interessant. Künstliche Intelligenz ist eines der großen Zukunftsthemen. Leider baut der Roman keinerlei Spannung auf. Die ganze Geschichte bleibt oberflächlich, was meiner Meinung nach vor allem daran liegt, dass von Beginn an zu viele Geschichten mit einander verwoben werden. Damit verliert sich schon im ersten Drittel der rote Faden.

Zudem bleiben die Figuren für mich nicht greifbar. Ich konnte weder zu den Figuren noch zur Geschichte an sich einen Zugang finden. Auf mich wirkt die Erzählung emotionslos. Ein Grund hierfür ist meiner Ansicht nach auch der sehr abgehakte Schreibstil, der eher an den Stil einer whatsapp Nachricht erinnert. Die Sätze sind unnatürlich kurz gehalten. Hinzu kommen zahlreiche stilistische und grammatikalische Fehler. Zum Beispiel heißt es auf S. 18: „[…] weil er in seiner Heimat Frankreich ein erfolgreicher Schriftsteller war.“ Wieso „war“, er lebt ja noch und er ist Schriftsteller. Solche Bespiele gibt es zuhauf in dem Buch. Der Text fliest nicht, was dazu führt, dass auch der Lesefluss nicht gegeben ist. Ich habe das Lesen als extrem anstrengend empfunden, da es mir nicht möglich war, in das Buch einzutauchen.

Auch die Geschichte konnte mich nicht überzeugen. Der Aufbau ist verwirrend und wirkt auf mich wenig durchdacht, sodass man ab der Mitte des Buches den Überblick verliert.

Fazit

Mein Fazit ist, dass die Idee hinter dem Thema interessant ist, doch leider konnte die Umsetzung mich in keiner Weise überzeugen. Ich habe mich durch das Buch gequält. Ich glaube nicht, dass künstliche Intelligenz Gefühle beurteilen kann, dafür ist sie auch nicht gemacht. Sie kann uns jedoch im Alltag eine große Hilfe sein, wenn man sie richtig einsetzt. Bei der Partnerwahl sollte man sich nicht auf die Technik verlassen, außer man strebt eine leidenschaftslose Beziehung an. Es braucht Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede, damit Reibungspunkte entstehen, an denen man wachsen und sich weiterentwickeln kann. Manchmal geschieht das zusammen und manchmal treibt es Paare voneinander weg. Das ist nun mal das Leben.

Leider bleiben viele interessante Erkenntnisse in dem Roman nur oberflächlich erwähnt. Es fehlt an Spannung, an Tiefe und an nachvollziehbaren Emotionen. Daher kann ich den Roman nicht besser bewerten.

Ich bedanke mich dennoch beim Autor und beim Mainwunder Team für das Rezensionsexemplar und für die Mühe.

A. S. Tory

Roadmovie um die Suche nach einer alten Single

A. S. Tory Roadmovie um die Suche nach einer alten Single Buchcover
Der Weg ist das Ziel
S. Sagenroth

Eine spannende Geschichte mit unerwarteter Wendung.

Vor dem fünfzehnjährigen Sid liegen zwei öde Wochen Herbstferien. Seine Freunde sind imUrlaub und ihm bleiben nur die Nachhilfestunden in Latein. Frustriert über seine Lage klickt er durch seine Mails. Dabei fällt ihm eine E-Mail von einem unbekannten Adressaten auf. Dieser Unbekannte verspricht Sid ein Abenteuer, wenn er sich entschließt eine Reise anzutreten. Die Kosten werden übernommen. Kurzentschlossen sagt Sid zu. Zuerst reist er nach London, wo er den mysteriösen Auftraggeber, A. S. Tory, ein älterer Herr im Rollstuhl, persönlich kennenlernt.

Sein Auftrag; Sid soll sich auf die Suche nach einer alten, französischen Single aus den 70igern machen. Sids erster Stopp auf seiner Suche ist die Toskana. Dort lernt er Chiara kennen, die sich ihm spontan anschließt. Zusammen reisen sie weiter nach Frankreich, Marrakesch und in die Niederlande. Auf ihrer Suche erleben sie abenteuerliche Geschichten und viele interessante Menschen kreuzen ihren Weg. Doch die Suche nach der Single entpuppt sich plötzlich als nicht so ungefährlich wie angenommen.

Der Roadmovie Roman über die Suche nach einer alten Single LP ist der erste von bislang zwei erschienen Teilen rund um die Abenteuer des Teenagers Siegmund Sagenroth, der sich lieber Sid nennt. In diesem Buch nimmt seine Bekanntschaft mit einem alten, augenscheinlich reichen Herren aus London, A. S. Tory, ihren Anfang. Aus purer Langeweile und in der Hoffnung auf etwas Urlaub nimmt Sid das mysteriöse Angebot an. Auf seiner Reise trifft er verschiedene Menschen. Vor allem zu Chiara entwickelt sich eine echte Freundschaft, obwohl sie vier Jahre älter ist. Es ist herrlich zu erleben, wie Sid, der zu Beginn eher introvertiert wirkt, richtig aufblüht und aus sich herauskommt. Seine Wandlung hat er in erster Linie der lebensfrohen und unkonventionellen Chiara zu verdanken.

Die Plätze und Orte, an denen sich Sid aufhält sind vollkommen authentisch beschrieben. Das belebte Soho, die italienische Winzergemeinschaft ebenso wie das farbenfrohe Marrakesch. Als Leser reist man mit Sid durch diese Orte und es fühlt sich an, als ob man tatsächlich mit dabei wäre.

Die Bedenken, dass der junge Sid einfach so einem Fremden vertraut, zerstreuen sich recht schnell, denn es wird klar, dass Sid zwar auf Abenteuerreise geht, trotzdem hat der alte Herr Tory ein Auge auf seinen Schützling. Was jedoch anfänglich recht harmlos wirkt, bekommt durch die nicht vorhersehbare Wendung am Ende, einen zusätzlichen Spannungskick. Die Geschichte reißt einen förmlich mit und es macht Freude zu sehen, wie sich der Hauptcharakter Sid während der Erzählung entwickelt.

Neben der spannenden Geschichte, möchte ich das grandios gestaltete Cover nicht unerwähnt lassen genauso wie die herrliche Idee eine Schallplatte als Lesezeichen hinzuzufügen. (Auch wenn es tatsächlich „nur“ ein Lesezeichen ist. Ich hatte den Drang sie auf den Plattenspieler zu legen, wovon die Autorin mir abgeraten hat ;-))

Ich bedanke mich bei der Autorin ganz herzlich für das Rezensionsexemplar!

Link zum Buch:

Teil II: https://lesepartie.de/a-s-tory-und-die-verlorene-geschichte/

Verlag: https://tredition.de/autoren/s-sagenroth-28630/a-s-tory-paperback-130769/

Neun Tage und ein Jahr

Taylor Jenkins Reid
Neun Tage und ein Jahr Buchcover
Wenn das Schicksal dir nur eine kurze Zeit Glück gewährt

Gefühlvolle Erzählung über den Verlust eines Menschen und das Loslassen, um weiterzuleben.

Die Liebe erwischt Elsie und Ben unerwartet, aber heftig. Ziemlich schnell ist beiden klar, dass sie zusammen gehören. Keine sechs Monate nach dem Kennenlernen sind sie zusammengezogen und heiraten. Vor ihnen liegt ihr gemeinsames Leben. Sie schmieden Pläne und sind glücklich sich gefunden zu haben.

Doch dann wird Ben durch einen Unfall aus dem Leben gerissen. Elsie ist fassungslos vor Schock und Trauer. Sie ist Witwe, nach nur neun Tagen Ehe. Ist sie überhaupt eine richtige Witwe nach einer so kurzen Ehe? Hinzu kommt eine Schwiegermutter, die nichts von ihrer Existenz weiß. Kann Elsie es schaffen ohne Ben zu leben?

„Neun Tage und ein Jahr“ schildert abwechselnd die Geschichte vom Kennenlernen bis zur Hochzeit, und Elsies Leben nach Bens Tod. Der Roman erzählt von den sechs Monaten mit Ben und den sechs Monaten ohne Ben. Ein Jahr, das Elsie zur Hälfte im Liebesrausch und zur anderen Hälfte in völliger Trauer verbringt.

Es beginnt mit dem Abend, an dem Ben stirbt. Neun Tage sind sie verheiratet. Elsie und Ben sind perfekt füreinander, dessen wird man sich beim Lesen ihrer sechsmonatigen Beziehung bewusst. Umso mehr trifft einen die Trauer, in der Elsie gefangen ist. Ihre Zweifel, dass sie nach der Kürze der Zeit gar keine „richtige“ Ehefrau ist. Ihre Schuldgefühle, weil Ben nur für sie noch einmal losgefahren ist. Hinzu kommt ihre Schwiegermutter, die erst vor wenigen Jahren ihren Mann verloren hat und keine Ahnung von der Ehe ihres Sohnes hatte. Ben hatte nie den richtigen Zeitpunkt gefunden, seiner immer noch trauernden Mutter von seinem Glück zu erzählen. Dennoch überwinden die beiden Frauen diese Hürde und versuchen sich gegenseitig in ihrer Trauer zu unterstützen.

Das Buch ist berührend und gefühlvoll geschrieben. Es nimmt sich dem Thema Trauer auf eine pragmatische und reale Weise an. Elsie, die nur eine kurze Zeit vollkommen glücklich war und jäh aus ihrer Liebesblase herausgerissen wird. Susan, Bens Mutter, die nach dem Tod ihres Sohns plötzlich ohne Familie dasteht. Das Leben muss für beide weitergehen, aber wie das gehen soll, ist die Frage mit der sich der Roman auseinandersetzt. Der Schreibstil ist trotz des schweren Themas leicht und unterhaltsam und es gibt durchaus humorvolle Abschnitte, Es ist eine Liebesgeschichte der anderen Art, die zeigt, dass es nicht wichtig ist, wie lange man sich geliebt hat, sondern nur das man sich geliebt hat.

Links zum Buch:

https://www.randomhouse.de/Hoerbuch-Download/Neun-Tage-und-ein-Jahr/Taylor-Jenkins-Reid/Random-House-Audio/e470047.rhd

https://reading-books.de/neun-tage-und-ein-jahr/

What if

Was wäre wenn?

Randall Munroe
What if? Was wäre wenn? Buchcover
Skurrile Fragen

What if geht absurden Fragen auf den Grund. Manches ist zu umfangreich erläutert, dennoch ein lehrreiches Buch.

Randall Munroe ist Physiker und bezeichnet sich selbst als eine Art Dr.-Sommer für verrückte, wissenschaftliche Fragen. Der Autor betreibt eine Webseite, auf der Menschen die absurdesten Fragen im Sinne von what if? stellen können, die Munroe mit zur Hilfenahme wissenschaftlicher Erkenntnisse beantwortet. Ein Beispiel für eine solche ist: „Aus welcher Höhe müsste man ein Steak abwerfen, damit es gar ist, wenn es am Boden ankommt?“

Munroe bemüht sich mit großer Genauigkeit zu antworten. Er gibt sich nicht mit einer einfachen und kurzen Rückmeldung zufrieden, nein, er liefert eine ausführliche, fundierte Erklärung für das verrücksteste „Was wäre wenn Prozedere“. Manche Beschreibungen führten für mich jedoch zu weit. Detailreiche und ausufernde Erklärungen wurden mir teilweise zu lang, um tatsächlich die komplette Beantwortung zu lesen. Was sicher auch der Tatsache geschuldet ist, dass ich kein besonders naturwissenschaftlich begabter Mensch bin. Ein bisschen weniger wäre an der ein oder anderen Stelle mehr gewesen.

An und für sich ist es eine stellenweise komische und durchaus intelligente Lektüre, die naturwissenschaftlich interessierten Menschen sicher eine Menge Freude bereiten wird.

Links zum Buch:

https://www.randomhouse.de/Taschenbuch/What-if-Was-waere-wenn/Randall-Munroe/Penguin/e498938.rhd

Mädelsabend

Anne Gesthuysen
Mädelsabend Buchcover

Großmutter und Enkelin, Vertreterinnen zweier Frauengenerationen, zwischen patriarchaler Macht und Selbstbestimmtheit. Ich bin mit der Geschichte nicht warm geworden.

Seit kurzer Zeit wohnen Ruth und Walter van Rennings auf Burg Winnenthal im betreuten Wohnen. Wo Ruth in ihrem hohen Alter nochmal richtig aufblüht, fühlt sich Walter fremd. Zunehmend klammert er sich an seine Frau, die wiederum endlich ein wenig Freiheit genießen will. Sie blickt zurück auf 65 Ehejahre, die für Ruth mehr von Verzicht als von Glück geprägt waren.

Ihre Enkelin Sara kümmert sich, sooft es ihre Zeit zulässt, um die beiden alten Herrschaften. Sara hat ein inniges Verhältnis zu ihren Großeltern, nimmt jedoch deren Spannung befremdlich zur Kenntnis. Als sie selbst vor der Entscheidung steht, sich beruflich zu profilieren oder bei ihrer Familie zu bleiben, muss sie entscheiden, welchen Preis sie für ihre Selbstverwirklichung zu zahlen bereit ist.

Anne Gesthuysens Roman spielt wieder am Niederrhein. Er erzählt vornehmlich die Geschichte von Ruth, die im hohen Alter mit ihrem Mann ins betreute Wohnen zieht. Endlich kann sie ungezwungen soziale Kontakte knüpfen und tritt dem Singkreis der Senioren bei. Ihr Mann Walter beäugt ihr Tun argwöhnisch und versucht seiner Frau den Umgang zu verbieten. In Rückblenden erfahren wir einiges über das Eheleben der beiden. Ruth kommt aus einer angesehenen Familie. Von Beginn an steht ihre Ehe unter keinem guten Stern. Schon beim ersten Treffen erscheint Walter nicht. Das sie dennoch zusammenkommen, bleibt für mich wenig nachvollziehbar. Meiner Meinung nach haben sie wenig gemeinsam, zudem hatte ich zu keinem Zeitpunkt den Eindruck, als wäre einer der beiden in den anderen verliebt. Gerade Ruth, die als hübsch beschrieben wird, zudem auch gut situiert, hätte sicher jemand anderen finden können. Warum sie den erst Besten nimmt, ist mit nicht deutlich geworden. Die Ehe ist lieblos und Ruth leidet unter dem patriarchalischen Schwiegervater, der ein strenges Regiment führt, dem sich jeder unterzuordnen hat. Die Jahre vergehen und Ruth wird Zusehens zu einer folgsamen Frau. Bis sie in das Seniorenheim kommt und Freunde findet.

Auf der anderen Seite steht ihre Enkelin Sara, die als Ärztin in der Welt herumgekommen ist. Nun lebt sie mit ihrem Lebensgefährten und ihrem einjährigen Sohn zusammen, Ihre Karriere liegt zur Zeit auf Eis. Bis sie das Angebot erhält an einer Studie teilzunehmen. Sie ist unsicher, wie sie sich entscheiden soll, denn wenn sie annimmt, würde ihr Familienleben darunter leiden.

Leider konnte ich mit den Figuren im Roman sowie mit der gesamten Geschichte nicht warm werden. Mir fehlte gerade bei Ruth der Hintergrund, warum sie so handelt und sich alles gefallen lässt, obwohl sie scheinbar viel selbstbewusster erzogen wurde. Mir ist bewusst, dass es diese Art von Ehen häufig gab, dennoch passt es nicht zu der Figur der Ruth. Ebenso verhält es sich mit Sara. Sie blieb für mich nichtssagend. Zudem hatte ich auch bei ihr das Gefühl, sie ordnet sich schnell unter. Mir fehlten die Argumente, die Debatten. Ihr Lebensgefährte findet ihre Karriereambitionen nicht gut, aber es findet keine Diskussion oder klärendes Gespräch statt. Er sagt seine Meinung und basta. Auch zwischen Ruth und ihrer Enkelin kommt es zu keinem bedeutenden Gespräch. Jeder bleibt für sich. Das ist mir alles zu einfach gestrickt und nimmt den Figuren meiner Ansicht nach jegliche Spannung.

Schon am Anfang des Buches fand ich nur schwerlich in die Geschichte hinein. Die Erzählung konnte mich nicht packen. Ich habe auf etwas gewartet, was mich in die Geschichte zieht. Da kam leider nichts. Es ist definitiv kein Buch über starke Frauen oder Selbstbestimmtheit. Die Figuren bleiben blass. Ich hätte mir mehr Auseinandersetzungen gewünscht, nicht nur Hinnahme.

Ich bedanke mich herzlich beim KiWi Verlag für das Rezensionsexemplar.

Links zum Buch:

https://www.kiwi-verlag.de/buch/anne-gesthuysen-maedelsabend-9783462054149

https://www.lesejury.de/anne-gesthuysen/buecher/maedelsabend/9783462051506

Baba Dunjas letzte Liebe

Alina Bronsky
Baba Dunjas letzte Liebe Buchcover
Buchcover

Schnörkellos, mit viel Empathie wird die Geschichte einer mutigen alten Frau erzählt, die der Gesellschaft trotz, um selbstbestimmt zu leben.

Baba Dunja ist in ihre Heimat zurückgekehrt, wohl wissend, welche Auswirkungen es haben würde. Denn ihre Heimat liegt in der Todeszone von Tschernobyl. Dort hat sie ihr Leben verbracht, ihre Kinder groß gezogen und nun möchte sie an diesem Ort ihre letzten Jahre verbringen. Im Garten hinter ihrem Haus baut sie Obst und Gemüse an. Nur selten nimmt sie den beschwerlichen Weg in die nächstgelegene Großstadt auf sich, um einzukaufen. Mit ihr kamen auch andere Bewohner zurück, um in aller Ruhe, fernab der Welt, ihren Lebensabend zu genießen. An einem Sommertag versetzt die Ankunft von zwei Fremden die beschauliche Gemeinde in Aufruhr. In dieser heiklen Situation trifft Baba Dunja abermals eine mutige Entscheidung, damit alle Bewohner weiterhin an diesem Ort leben können.

Voller Feingefühl und mit einfachen, aber wirkungsvollen Worten beschreibt die Autorin Alina Bronsky das Leben der Bewohner in der Todeszone, in die sich kaum ein Mensch ohne Schutzausrüstung wagt. Alle eint der Wille eines selbstbestimmten Lebens, auch wenn sie damit auf Kontakte zur Außenwelt, ja sogar zu ihren Kindern, verzichten müssen. Die meisten haben schon vor 1986, dem Jahr des Reaktorunglücks, in Tschernobyl gewohnt und kehren nun als alte Leute zurück. Abgeschnitten vom Weltgeschehen führen sie ein beschauliches Leben. Baba Dunja war die erste, die zurückkehrte und hat dadurch eine gewisse Bekanntheit erlangt. Von den anderen Bewohnern wird sie als eine Art Bürgermeisterin betrachtet. Sie selbst hält sich für unbedeutend. Wir erfahren einiges aus Baba Dunjas Leben, über ihre Arbeit, ihren Mann und ihre beiden Kinder.

Es ist ein berührendes Buch über eine starke Frau, die auch im hohen Alter mutig und unbeirrt ihren Weg geht. Ich habe jede Seite genossen, denn der Roman ist voller Poesie und Lebensklugheit. Meinen Lesegeschmack hat diese Geschichte vollends getroffen. Absolute Leseempfehlung!

Links zum Buch:

https://www.kiwi-verlag.de/buch/alina-bronsky-baba-dunjas-letzte-liebe-9783462054729

https://www.dieterwunderlich.de/Bronsky-Baba-Dunjas-letzte-liebe.htm

https://frau-hemingway.de/alina-bronsky-und-baba-dunjas-letzte-liebe/

Heisses Pflaster

Heisses Pflaster Buchcover
Alex Pohl

Spannung bis zum Schluss. Nichts ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Eine bunte Mischung aus allem, was ein guter Krimi braucht. Ein heisses Pflaster, auf das sich die Ermittler begeben.

Mord oder ein tragischer Unfall. Der Tod des Leiters des Liegenschaftsamtes polarisiert Leipzigs Bürger. Der beliebter Politiker war ein Verfechter eines bunten Stadtbildes. Im Stadtteil Connewitz hielt er die Hand über besetzte Häuser, die nach seinem Tod auffallend schnell an Bauunternehmer Wenger verkauft werden. Dieser zeigt offen seine Sympathie für rechte Gesinnung. Obwohl alles auf einen tragischen Unfall hindeutet, bleibt Kommissar Milo Novic skeptisch und ermittelt gegen die Anweisung seines Vorgesetztes weiter. Das bringt ihn und seine Kollegin Hanna Seiler zeitweise in Schwierigkeiten. Zu stark scheinen die Amtsträger miteinander vernetzt und es gibt einige, die vom Tod des Amtsleiters profitieren. Als ein Polizist bei einem Einsatz im Connewitzer Brennpunkt schwer verletzt wird, führen alle Hinweise zur linken Szene. Für die Beamten wird es ein heisses Pfaster, auf dem sie ihre Ermittlungen weiterführen. Bis ein Video auftaucht, das ein völlig anderes Licht auf den Fall wirft.

Hanna Seiler und Milo Novic ermitteln im Fall Guido Ehrlich und decken dabei etliche Seilschaften in Leipzigs Behörden auf. Aus diesem Grund werden die Kommissare von ihrem Vorgesetzten zurückgepfiffen. Die Verwicklungen der kommunalen Politiker sind jedoch nur oberflächlich. Um was es wirklich geht, erkennen die Kommissare erst in allerletzter Minute.

Seiler und Novic sind völlig unterschiedliche Charaktere, als Kollegen sind sie jedoch ein eingespieltes Team, das trotz starkem Gegenwind weiter ermittelt. Die Zusammenhänge innerhalb der Behörden machen den Fall interessant und die Geschichte lässt dem Leser viel Raum für Spekulationen. Jeder Charakter ist ausgesprochen feinsinnig erdacht. Bauunternehmer Wenger ist beispielsweise eine facettenreiche Figur, die mir zwar nicht sympathisch ist, dennoch mehr zu bieten hat, als nur den skrupellosen, rechten Typen zu geben. Das Ausmaß der Verwicklungen entwirrt sich tatsächlich erst zum Schluss. Meistens wissen wir als Leser nicht wesentlich mehr als die Kommissare.

Im Nebenstrang beginnt Hanna Seiler an dem Selbstmord ihres Mannes zu zweifeln und findet erste Indizien dafür. Hanna erkennt, dass es Parallelen zwischen dem jetzigen Fall und dem Tod ihres Mannes gibt. Die Geschichte ist der Cliffhanger zum nächsten Band, denn bisher hat Hanna keine Ahnung, was tatsächlich mit ihrem Mann geschehen ist.

Bis zur letzten Seite konnte mich die Geschichte fesseln. Mit viel Realitätssinn erzählt der Autor Alex Pohl von den Auseinandersetzungen zwischen den gesellschaftlichen Gegensätzen und wie leicht es sein kann, diese Kontroversen zu beeinflussen. Mich hat der Roman auf seinen über 450 Seiten vollends überzeugt, weil er bis zum Ende die Spannung aufrecht erhalten hat. Empfehlenswert.

Außerdem möchte ich das tolle, außergewöhnliche Buchcover hervorheben, das mich sehr begeistert hat!!!

Ich bedanke mich herzlich beim Penguin Verlag für das Rezensionsexemplar.

Links zum Buch:

https://alex-pohl.de/

https://www.lesejury.de/alex-pohl/buecher/heisses-pflaster/9783328103240