Bielefelder Literaturtage 2

Das diesjährige Motto der 23. Bielefelder Literaturtage ist ein Zitat von Jean Paul.
„Entwirf bei Wein und exekutiere bei Kaffee“
Zwischen dem 04. Oktober und 02. November 2018 lasen an zwölf Abenden Autoren aus ihren aktuellen Werken vor. Gerne hätte ich alle Lesungen besucht, doch leider war es dieses Jahr nicht möglich.
Die zweite Lesung, bei der ich im Publikum saß, war begleitet von italienischer Musik. Die Darbietung unter der Leitung von Harald Kießlich, passte sich stimmungsvoll der Romanerzählung an. Es handelt sich nämlich um den Roman „Töchter“ von Lucy Fricke.
Der Roman ist ein literarischer Roadtrip, der die beiden Hauptfiguren, Martha und Betty, in einem alten Golf erst Richtung Schweiz, dann nach Italien und schlussendlich nach Griechenland führt. Auf der Rückbank Marthas todkranker Vater, welcher selbstbestimmt in der Schweiz sterben möchte. Doch alles kommt anders.
Für diesen Roman erhielt Lucy Fricke vor kurzem den Bayrischen Buchpreis. Herzlichen Glückwunsch!
An diesem Abend liest die Autorin einige Passagen aus ihrem Roman und gibt damit einen humorvollen Einblick in die Handlung. Trotz aller Heiterkeit, die im Publikum aufkommt, bleibt die Verletzbarkeit und Traurigkeit der Figuren nicht verborgen. Auf diesem Trip fährt die Vergangenheit mit.
Auch das spätere Gespräch handelt von Vätern, deren Abwesenheit Spuren hinterlassen hat. Aber auch über Freundschaften und wie sehr es manchmal hilft zusammen über das ausbleibende Glück zu lachen. Den selten laufen die Dinge wie geplant.
Es war ein charmanter Vorleseabend, der neugierig auf den Roman machte. „Töchter“ liegt ebenfalls noch auf meinem Stapel der nochzulesendenbücher.

 

Bielefelder Literaturtage

Teil 1

Das diesjährige Motto der 23. Bielefelder Literaturtage ist ein Zitat von Jean Paul.

Entwirf bei Wein und exekutiere bei Kaffee“

Zwischen dem 04. Oktober und 02. November 2018 lasen in der Stadtbibliothek an zwölf Abenden Autoren aus ihren aktuellen Werken vor. Gerne hätte ich alle Lesungen besucht, doch leider war es dieses Jahr nicht möglich.

Den Auftakt machte Karen Duve mit ihrem historischen Roman „Fräulein Nettes kurzer Sommer“. Der Roman spinnt sich rund um die Sommerliebe von Anette zu Droste Hülshoff. Die 23jährige wird von ihrer Umgebung für eine Nervensäge gehalten, vorlaut und wenig damenhaft. Ungefragt mischt sie sich als Frau in Gespräche über das Weltgeschehen ein. Wenn sich auf dem Bökerhof die poetischen Freunde ihres Onkels treffen, finden sich darunter bekannte Romantiker wie die Gebrüder Grimm. Heinrich Straube, ebenfalls ein sehr guter Freund von Anettes Onkel August, lässt sich von ihrer eigenwilligen Art nicht einschüchtern. Er versucht sich der jungen Dame zu nähern, was von ihrer Seite keinesfalls auf Ablehnung stößt. Doch ist der verarmte Heinrich Straube der Familie der Freifrau nicht ausreichend standesgemäß.

Mit viel Witz und Charme trägt Karen Duve einige Passagen daraus vor. Im nachfolgendem Gespräch mit Prof. Huber (Vorsitzender des Vereins der Freunde und Förderer der Stadtbibliothek Bielefeld, welcher die Literaturtage mit organisiert) spürt man bis in die letzte Reihe die Begeisterung der Autorin für die Schriftstellerkollegin aus einem vergangenen Jahrhundert. Mit viel Liebe zum Detail hat Karen Duve die Geschichte dieser Liebe und dieses Sommers recherchiert. Den Roman habe ich bisher noch nicht gelesen, aber es fest vor.

Die stimmungsvolle, musikalische Untermalung an diesem Abend gastaltete Matthias Klause – Gauster am Flügel.

Unterwegs auf der FBM 2018

Es ist der 14. Oktober 2018 gegen Mittag, als ich aus dem Shuttlebus vor der Frankfurter Messehalle 3 aussteige. Es ist sommerlich warm. Die Temperaturen liegen bei 25 Grad und der Himmel ist wolkenlos blau.

Nach einer kurzen Taschenkontrolle, trete ich in die menschenvolle Halle. Ich beginne meine Runde auf der Frankfurter Buchmesse 2018. Auf dem Weg treffe ich alte Bekannte wie Räuber Hotzenplotz, die kleine Hexe (ich denke, dass sie es war) und Harry Potter. Besonders stechen die bunt gekleideten Gruppen ins Auge, die Teile eines Fantasie Romans darstellen sollen. Es ist wirklich faszinierend wie viel Mühe sich einige Besucher mit ihren Outfits gegeben haben. Ich kenne mich im Fantasie Sektor nicht aus, so dass ich die Kleidervariationen nur bewundert habe ohne sie zuordnen zu können.

Der Sonntag ist der Tag auf der Messe, an dem Bücher verkauft werden. Bei diesem riesengroßen Angebot an Büchern ist das für jemanden wie mich eine harte Prüfung. Glücklicherweise kann man an den wenigsten Ständen per Karte bezahlen. Schlussendlich haben drei Büchern mit mir die Messe verlassen.

„Die Erinnerung des Felsens“ von Mauricio Lyrio aus dem Arara Verlag. Dieser Roman spielt in Brasilien und handelt von einem Philosophieprofessor, der einen Straßenjungen bei sich aufnimmt. Bei dem aufgeschlossenen und freundlichen Gespräch am Stand, haben mich die zwei Verlagsführerinnen mit ihrer Begeisterung für das Buch angesteckt. Ich freue mich schon sehr auf die Lektüre.

„Ein Monat auf dem Land“ von J. L. Carr aus dem Programm des DUMONT Verlages. In diesem Roman ist es ein Weltkriegsveteran, der seinen Frieden in einem Dorf in Yorkshire sucht.

„Deutsches Haus“ von Annette Hess verlegt vom Ullstein Verlag. Die Autorin ist keine Unbekannte. Sie entwickelte einige erfolgreiche Fernsehreihen, beispielsweise „Weissensee“ und „Ku’damm 56/59“. Dieser Roman ist in dem Jahr 1963 angesiedelt und erzählt von einer jungen Dolmetscherin, welche im ersten Ausschwitzprozess als Übersetzerin tätig ist. Ihre Familie ist davon wenig begeistert, doch die junge Frau nimmt an dem Prozess teil, denn bisher ist ihr dieses Ausschwitz völlig unbekannt.

Die Auswahl habe ich spontan getroffen. Es hätten noch so viele Bücher mehr werden können. Doch zum einen ist so ein Messetag recht lang und zum anderen kann ich gar nicht so viel lesen, wie ich kaufen möchte. Das ist bei der Fülle an Büchern eine erschreckende Erkenntnis; ich werde es wahrscheinlich niemals schaffen alle Bücher – und sei es nur die, die wirklich mein Interesse wecken – zu lesen.

Neben Buchverlagen präsentierten sich auch diverse Fernsehsender in den Messehallen. Am arte Stand folgte ich einem interessanten Gespräch bzgl. einer Sendereihe über den 30jährigen Krieg. Darauf folgte eine Gesprächsrunde über den Bauhausstil. Die großen historischen Buchthemen in diesem Jahr sind die 68iger Generation ebenso wie der 30jährige Krieg und das Ende des 1. Weltkrieges. Etliche Autoren signierten fleißig Bücher und beantworteten Fragen. Im Programmverlauf war für jeden etwas dabei.

Meine Pause habe ich dieses Jahr draußen verbracht. Bei dem herrlichen Wetter habe ich entspannt mein Eis genossen und dem bunten Treiben auf dem Außenplatz zugesehen.

Um 17:30 Uhr schlossen sich die Tore der Messe. Es ist eine kleine Branche, die vieles zu bieten hat. Mit viel Freude habe ich auf den einzelnen Ständen gestöbert und einige interessante Gespräche geführt. Ziemlich geschafft bin ich dann wieder in den Shuttlebus gestiegen, um nach Hause zu fahren.

Nun bin ich voller Vorfreude auf die Leipziger Buchmesse, vom 21.-24. März 2019. Die Frankfurter Buchmesse findet vom 16.-20. Oktober 2019 statt.

Fotos von der Buchmesse findet ihr auf meinem Instagram Profil und auf der Facebookseite.

http://www.instagram.com/lesepartie_lit.blog

Bücher für Toleranz

Toleranz
Bücher für Toleranz

Aus dem aktuellen, politischen Anlass ist es mir wichtig Stellung für Toleranz zu beziehen. Ich bin fest davon überzeugt, dass Bücher – ob nun Sachbücher als auch Romane – dazu betragen können, Menschen zu beeinflussen. Es ist einerlei, welches Büchergenre man als Leser bevorzugt. Es finden sich unzählige Geschichten, die von Toleranz und Miteinander erzählen oder mahnend von Tatsachen berichten. Ich habe mein Bücherregal durchgesehen und spontan die Bücher herausgenommen, die mir persönlich zu diesem Thema wichtig sind.

„Regeln für einen Ritter“ von Ethan Hawke ist ein Regelwerk für den Alltag, sowohl für den Umgang mit sich selbst als auch mit anderen. Es widmet sich der Frage, worauf es im Leben wirklich ankommt. Wie soll man leben? Eigenschaften wie beispielsweise Mut, Dankbarkeit und Ehrlichkeit sind in dem Buch aufgeführt. All die wichtigen Lebensweisheiten, die jeder versuchen sollte zu beherzigen.

Zu Haltung steht dort: „Haltung ist die Fähigkeit, Veränderungen hinzunehmen. Bleibe offen und beweglich; die Spröden zerbrechen.“ *

„Er hieß Jan“ ist eine Schullektüre gewesen. Seit dem habe ich das Buch mehrmals gelesen und es packt mich jedes Mal aufs Neue. Erzählt wird von einer Teenagerliebe im zweiten Weltkrieg. Regine ist eine überzeugte Anhängerin des Hitler Regimes, bis sie sich in den polnischen Zwangsarbeiter Jan verliebt. Eine bewegende Geschichte über Mut und stillen Widerstand.

Uwe Timm beschreibt im autobiografischen Roman „Am Beispiel meines Bruders“ den Umgang mit der Vergangenheit in der Nachkriegszeit. Sein wesentlich älterer Bruder ist während eines SS Einsatzes an der Ostfront verwundet worden und wenig später verstorben. Als Grundlage des Romans dient das Tagebuch seines Bruders, welches dieser verbotener Weise geführt hat.

Einer der bekanntesten Romane der letzten Jahre ist „Er ist wieder da“ von Timur Vermes. Plötzlich erwacht Hitler wieder in Berlin und wird zum Medienstar. Zu Beginn ist alles noch ein großer Spaß, aber recht schnell wird deutlich, wie anfällig die deutsche Demokratie für den Meister der Propaganda ist.

In „Jetzt wird alles besser – eine Jugend in Krieg und Nachkriegszeit“ beschreibt Klas E. Everwyn seine Erfahrungen als Heranwachsender, der zum letzten Aufgebot Hitlers zählte, um das am bodenliegende Vaterland zu verteidigen. Dann das böse Erwachen, das Chaos, der Hunger, der Aufbau. Aber trotz alldem verspürt die Jugend den Willen nach Leben und nach Zukunft. Ein beeindruckender Jugendroman, auch für Erwachsene.

„Altes Land“ habe ich vor allem ausgewählt, weil es auch den Umgang mit Geflüchteten thematisiert. Es ist die Geschichte von Vera, die mit ihrer Mutter aus Ostpreußen fliehen muss und im alten Land auf dem Bauernhof von Ida Eckhoff landet. Die Bäuerin zeigt den beiden Ankömmlingen täglich, dass sie nicht willkommen sind. Als der Erbe Karl aus der Gefangenschaft nach Hause kommt, wird schnell deutlich, das er nicht mehr der alte ist. In seinem Kopf findet der Krieg kein Ende. In erster Linie handelt der Roman natürlich von der Lebensgeschichte Veras, die sich im alten Land eine Existenz aufbaut. Jedoch ist es dieser Part des Buches, den ich in diesem Fall herausstellen möchte.

Es gibt zahlreiche Bücher, die sich zu diesen Themen finden lassen. Dies ist meine persönliche, kleine Auswahl als Statement. Auch Bücher tragen ihren Teil dazu bei, dass Menschen ihr Verhalten hinterfragen und nicht vergessen, wie es mal war.

 

 

Zeitsprünge in Romanen

Rückblende
Zeitsprung

Rückblenden, Zeitsprünge. Lässt sich mit diesem Stilmittel die Geschichte eines Romans interessanter gestalten oder verwirrt es den Leser? Welche Varianten gibt es?

In zahlreichen Romanen wird mit Rückblenden gearbeitet. Auf diese Weise kann man einen Roman interessant und spannend gestalten. Jedoch birgt es auch die Gefahr, dass die Geschichte dadurch unübersichtlich wird. Für den Einbau von Zeitsprüngen in die Geschichte stehen dem Autor verschiedene Varianten zur Verfügung und seiner Kreativität steht nichts im Weg.

Vor einigen Wochen las ich den Roman „Das rote Adressbuch“. Das Erstlingswerk der Autorin Sofia Lundberg. Die Autorin hat sich für eine sehr einfache, übersichtliche Fassung entschieden. Die vergangenen Ereignisse waren von der Gegenwart durch jeweilige Kapitel unterteilt. Der Roman beginnt in der Gegenwart und führt dann chronologisch geordnet immer wieder zurück in die Vergangenheit. Die chronologische Anordnung der Rückblenden macht es dem Leser leicht, dem Wechsel der zeitlichen Handlungssträngen zu folgen. Der Roman ist durch seinen Schreibstil ebenfalls sehr einfach gehalten, so dass auch das verwendete Stilmittel der Zeitsprünge zu dem Buch passen.

Anders präsentiert sich da schon der Roman von Anne Gesthuysen „Wir sind doch Schwestern“. Zwar sind auch in diesem Roman die Rückblenden von den Gegenwartsbeschreibungen durch Kapitel getrennt, jedoch nicht chronologisch geordnet. Des weiteren steht nicht nur eine Figur im Fokus der Erzählung, sondern die drei Schwestern. Der 100. Geburtstag der Ältesten holt den Leser in die Jetztzeit. Erleichtert wird die Einordnung der Zeitsprünge durch den Zusatz der Kapitelüberschriften, die das jeweilige Datum angeben. Trotz allem verlangt Anne Gesthuysens Roman im Vergleich wesentlich mehr Leseraufmerksamkeit, denn nur langsam reihen sich die vergangenen Ereignisse zu einem Bild zusammen. Ein Vorteil dieser Erzählweise ist ganz klar, der Spannungsbogen, welcher dabei besser aufgebaut und gehalten wird.

Komplizierter wird es dann schon in „Neuland“, einem Roman von Eskhol Nevo. Die Erzählung hat zwar nur zwei Hauptfiguren, dennoch sind diese eng verbunden mit der Vergangenheit der Nebenfiguren. Somit beziehen sich Zeitsprünge nicht nur auf Haupt-, sondern auch auf Nebenfiguren. Weiterhin sind nicht alle Sprünge chronologisch angeordnet. Dies Stilmittel setzt die hundertprozentige Konzentration des Lesers voraus. Die Romanerzählung basiert auf der jeweiligen Familiengeschichte der beiden Protagonisten Ingbar und Dori. Ohne die Lebensgeschichte ihrer direkten Vorfahren, gäbe es nichts zu erzählen. Das klingt schon in der Buchwidmung des Autors wieder, die lautet

Wäre sie nicht dort nicht weggegangen, wäre ich nicht hier“

Der Autor springt nicht nur in der Zeit, sondern ändert auch die Person, die gerade erzählt und somit den Blickwinkel. Dadurch wirkt der Roman sehr lebendig. Der Leser muss seine volle Aufmerksamkeit dem Buch widmen. Dafür wird er am Ende mit einer gut erzählten, facettenreichen Geschichte belohnt.

Je nach dem, welche Geschichte man wiedergeben möchte, sollte ein Autor das passende Stilmittel für seinen Roman finden, um Rückblenden oder Zeitsprünge einzubauen. Beispiele hierfür gibt es zahlreiche. Manche sind mehr, manche weniger gelungen. In Matt Haigs Roman „Wie man die Zeit anhält“, lebt der ganze Roman nur von Zeitsprüngen. Erst das Hin und Her zwischen den Jahrhunderten gibt dem Buch den besonderen Reiz.

Die für diesem Beitrag ausgewählte Romane setzten ihre Rückblenden meiner Ansicht nach gelungen ein. Die Art und Weise gestaltet die Geschichten interessant und passt zum jeweiligen Stil des Buches. Ob Zeitsprünge gelungen, nachvollziehbar und schlüssig sind, muss jeder Leser individuell für sich entscheiden. Ich lese gerne Geschichten, welche mit Zeitsprüngen arbeiten und sich langsam alles zu einem Ganzen fügt.

Lesen im Sommer

Sommerlektüre
lesen im Sommer

Von Herbst bis Frühjahr ist es für mich meist eine ganz klare Angelegenheit, wo mein Leseplatz ist. Neben mir eine große Tasse dampfenden Tees, sitze ich mit einem Buch (oder dem ebook Reader) in dem von Opa geerbten Ohrensessel.

Im Sommer sieht es anders aus. Da nutze ich gutes Wetter, um raus zu gehen. Dieses Jahr ist der Sommer tatsächlich ein Sommer, wie wir es in Deutschland lange nicht mehr erlebt haben. Seit Wochen ist das Wetter konstant warm. Bei diesen Temperaturen bietet es sich an, seine Tasche zu packen und entweder das nächstgelegenen Freibad oder einen Badesee zu besuchen. Doch wie ist es dort mit der Ruhe zum Lesen? Es sind Ferien und die Kinder toben, schreien, kreischen. Die Liegewiesen sind voll. Dauernd läuft jemand dicht am Handtuch entlang oder man wird vom Ball getroffen.

Das ist nicht die Zeit für schwere Literatur. Zum Glück gibt es die sogenannte Sommerlektüre, wie sie in den Buchhandlungen beworben wird. Ein bisschen Herzschmerz oder ein leicht zu lesender Krimi. Eine Geschichte, die in anderen Ländern spielt und Titel trägt wie ein „Sommer in XY“. Am leichtesten liest sich ein Buch, in dem mehrere Kurzgeschichten zu finden sind.

Für manche Menschen ist die Urlaubszeit, die einzige Zeit, in der sie ein Buch zur Hand nehmen. Da sollte die Erzählung nicht allzu kompliziert sein. Gute Unterhaltung, welche den Leser den Alltag vergessen lässt. Ob für Freibad, See oder Meer, das beste Buchformat dafür ist wohl das Taschenbuch. Es ist leichter und „biegsamer“ als ein Hardcover Buch.

Ich lese am liebsten auf meinem Balkon. Dort ist es ruhiger und ich kann mich voll und ganz auf meine Lektüre konzentrieren. Gerade in den Abendstunden, wenn es noch länger hell ist, genieße ich es draußen zu lesen. Mittlerweile erkenne ich auch hier die Vorteile meines ebook Readers, da ich ohne Weiteres nach Sonnenuntergang draußen bleiben und dennoch ohne Probleme weiter lesen kann. Über Buch vs. ebook Reader handelt ein älterer Beitrag. http://lesepartie.de/buch-vs-ebook-reader/

Meine Sommerlektüre unterscheidet sich prinzipiell nicht von meiner sonstigen. Zur Zeit ist es wahrscheinlich sogar angenehm über Wintereinbruch und Eiseskälte zu lesen. Ich suche meinen Lesestoff danach aus, wonach mir gerade der Sinn steht. Jedoch käme es mir nicht in den Sinn, am überfüllten Strand beim Sonnenbaden einen dicken, intellektuellen Wälzer durchzuarbeiten. Denn das wäre es wahrscheinlich; Arbeit.

Welche Lektüre man auch immer für die Sommermonate wählt, es sollte Freude machen seine Nase stundenlang in ein Buch zu stecken und dabei ganz entspannt den Trubel um einen herum auszublenden.

Wie haltet ihr das im Sommer? Eher leichte Lesestoffe? Wo ist euer sommerliche Lieblingsort zum lesen?

erstes Mal, zweites Mal

Bücher
Mehrfach gelesen

Bücher mehrmals lesen

Meine Bücher stehen zweireihig in den Regalen. Auf den Reihen stapeln sich weitere. Bücher gebe ich nicht mehr her und wenn es wirklich mal dazu kommt, muss der Inhalt absolut miserabel sein. Dieses Schicksal hat bisher nur sehr wenige meiner Bücher ereilt. Gelesene Lektüre wandert in den allermeisten Fällen ins Regal.

Hin und wieder stehe ich davor, sehe mir die Rücken an und erinnere mich. Manchmal erinnere ich mich an die Zeit, in der ich den Roman las oder an Begebenheiten. Bücher sind für mich Wegbegleiter, die auch Phasen meines Lebens widerspiegeln.

Natürlich sehe ich einen Buchrücken an und überlege ohne Ergebnis, worum es sich handelte. Dann blättere ich einige Seiten durch, lese auszugsweise einige Passagen und wenn der Groschen nicht fällt, lese ich es ein weiteres Mal von Anfang bis Ende. Manche Bücher entdecke ich dadurch wieder neu.

Die Geschichten in den Büchern sind zwar die gleichen geblieben, doch ich selbst habe mich verändert und dazu auch meine Sichtweise. Ich hinterfrage anders oder kritischer, manches verstehe ich mit meinen gemachten Lebenserfahrungen besser. Für mich persönlich ist es spannend ein Buch nach einer langen Zeit wieder zur Hand zu nehmen, um Veränderungen an meinem Denken zu entdecken.

So erging es mir mit dem Buch „auf immer, nicht ewig“. Der Roman stammt aus einer Zeit, in der wir noch mit DM bezahlten. Es ist ein Buch über Freundschaft und dem Scheitern an der Realität. Die Geschichte hat mich damals mit Anfang zwanzig sehr berührt. Als ich es über fünfzehn Jahre später wieder aus dem Regal holte, hat es mich wieder gepackt. Diesmal allerdings mit dem Wissen, dass schon in dem Titel sehr viel Wahrheit liegt.

Ein weiteres Buch, welches ich kürzlich erst wiederentdeckt habe, ist Nick Hornbys „How to be good“. Als es erschien und ich es las, hielt ich es für witzig, ohne den wirklichen tieferen Sinn zu verstehen. Das erlebte ich mit dem Abstand von gut zehn Jahren wieder anders. Zudem halte ich den Roman in Zeiten des umstrittenen „Gutmenschentums“wieder für hochaktuell.

Klar, gibt es auch Bücher, bei denen ich mich frage, was mich an der Geschichte so begeistert hat. „Zweite Halbzeit“ ist so ein Kandidat. Die Erzählung ist gut, keine Frage, doch ich erinnere mich, dass ich von der Lektüre völlig aus dem Häuschen war. Diese Begeisterung spürte ich bei dem zweiten Lesen nicht mehr.

Bücher sind somit ein Indikator für die Wandlung, welche man als Leser gemacht hat. Die eigenen Erfahrungen spiegeln sich in der Sicht auf die Romanerzählungen wieder. Manche Handlungen können besser nachvollzogen werden oder das Verständnis kommt abhanden, je nach dem, wie sich das eigenen Leben entwickelt hat.

Aus diesem Grund sind Bücher meine Lebensbegleiter.

Wie geht es euch? Lohnt es sich für euch ein Buch nach einer gewissen Zeit ein weiteres Mal zu lesen? Oder lieber einmal lesen und dann auf dem Flohmarkt verkaufen?

Buch vs. eBook Reader

Es gibt auch etwas dazwischen…

Es ist Sommer und somit auch Beginn der Urlaubszeit. Zeit, die Seele baumeln zu lassen. Am Badesee liegen, es sich im Liegestuhl bequem machen und dazu ein gutes Buch in der Hand halten. In Ruhe zu schmöckern, für viele die pure Entspannung. Die Welt um einen herum verschwindet beim Blick ins Buch.

Doch wenn man für zwei Wochen in den Urlaub fährt, reicht meist ein Buch nicht aus, also legt man eins griffbereit ins Handgepäck und ein weiteres (zur Sicherheit vielleicht noch eins) in den Koffer.

Und so ein Buch, je nach Größe und Umfang hat sein Gewicht und kann sperrig sein. Ich kenne mich damit gut aus, denn ich gehe selten ohne Buch aus dem Haus. Ob in meinen Arbeitspausen oder im Wartezimmer, ich nutze jede sich bietende Gelegenheit, mein Buch zu zücken. So auch auf Reisen. Von vielen Seiten bekam ich den Rat, mir endlich einen ebook Reader anzuschaffen. So bequem, so leicht….

Meine Argumente dagegen waren stets die gleichen; ein echtes Buch ist für mich nicht zu toppen, ich möchte in den Seiten vor- und zurückblättern, Papier fühlt sich echt an, der Geruch, die Covergestaltung… Hinzu kam noch meine Aversion gegen das Lesen am PC, das meine Augen anstrengt. Ich war bis dahin der Meinung, dass ebook Reader und PC gleichzusetzen sind.

Bis mir eine Kollegin ihren Reader mit den Worten in die Hand drückte, guck es dir wenigsten einmal richtig an. Sie erklärte mir die Funktionen, das sie zig Bücher darauf geladen hat und sie immer nur diesen leichten, handlichen Reader dabei haben muss. Schlussendlich überzeugte mich ihre Vorführung dann doch. Mein Urlaub stand bevor und ich kaufte mir kurz entschlossen einen ebook Reader. Das ist nun über ein Jahr her und ich habe es wirklich nicht bereut.

Für Vielleser wie mich, ist es, trotz aller berechtigten Argumente für ein „echtes“ Buch, eine großartige Erfindung. Ich sehe in dem Reader den MP3 Player für Bücher. Sowie es mir möglich ist, meine persönliche Musikplaylist stets bei mir zu haben, habe ich nun ebenfalls einen Teil meiner Bücher dabei.

Ich habe mich sehr bewusst für einen Reader entschieden, der mich unabhängig vom Anbieter sein lässt. Das ist für mich ein wichtiges Kriterium. So bin ich frei in der Wahl des Buchladens, bei dem ich kaufe und das müssen nicht unbedingt die großen Ketten sein. Am meisten begeistert mich allerdings die Ausleihe meiner Stadtbibliothek völlig problemlos in Anspruch nehmen zu können. Inzwischen leihe ich Bücher wann ich will, bei Wlan Zugang obendrein, wo ich will und wenn ich das Buch gelesen habe, kann ich es mit einem Klick zurückgeben.

In Wahrheit handelt es sich bei dem Für und Wieder von Buch oder Reader um Zeichen der Zeit. Die gemütlichen, kleinen Buchhandlungen weichen den allgegenwärtigen Ketten. Oftmals erinnere ich mich an die romantische Komödie aus den 1990igern „E-Mail für dich“. Ich war Kunde einer Buchhandlung, in der das Stöbern Freude machte und in dem die Verkäuferinnen über jedes Buch, jeden Autor etwas zu sagen hatten. Doch leider rentierte sich das Geschäft nicht mehr und die Türen wurden eines Tages geschlossen. Natürlich ist die Atmosphäre eines Ladens kaum vergleichbar. Dort erwarten einen Tische voll mit Buchvorschlägen, ausgefallene oder bunte oder aufwendige Cover, endlos scheinende Regalwände, an dem ein Buch neben dem nächsten steht, unterteilt nach Genre.

Heutzutage hole ich mir Buchempfehlungen auf einschlägigen Seiten im Internet, konzipiert und zugeschnitten auf die Lesegemeinschaft. Dieser Austausch ist für mich die Alternative zu den Gesprächen in meiner verschwundenen Buchhandlung.

Der Ebook Reader ist für mich ein unentbehrlicher Alltagsbegleiter geworden, auf den ich keinesfalls mehr verzichten möchte. Manche Bücher kaufe ich weiterhin in Buchform, beispielsweise, die von meinen Lieblingsautoren oder Antiquariate, Bücher mit aufwendigen Covern. Dennoch ich gebe zu, dass es weniger werden. Andererseits trenne ich mich nicht von Büchern, so gesehen tut der ebook Reader auch meinen überlasteten Regalen gut.