Sturmzeit – Wilde Lupinen

Charlotte Link
Sturmzeit – Wilde Lupinen

Charlotte Link

Auch der zweite Teil der Romanreihe überzeugt durch seine Figuren!

Sturmzeit – Wilde Lupinen, der zweite Teil der Familiensaga, steht ganz im Zeichen des 1.000jährigen Reiches. Felicia hat sich von dem Börsencrash erholt. In der Firma hat sie einen neuen Teilhaber, der jüdischstämmige Peter Liliencron, und ihr Ex Mann Alexander Lombard hat Lulinn gekauft. Tom Wolff hat mit seinem Geschäftssinn eine Spielwarenfabrik wieder konkurrenzfähig gemacht hat und fungiert dort als Geschäftsführer. Nebenbei unterhält er ein Verhältnis mit der Witwe des Firmengründers, in der Hoffnung, die Fabrik eines Tages sein Eigen nennen zu können.

 

Philip Rath ist nach Frankreich zurückgekehrt. Modeste lebt mit ihrem Mann und Großmutter Laetitia auf Lulinn. Sie ist von den Idealen der Nazis beseelt und schenkt dem Führer regelmäßig ein Kind.

 

Die 18 jährige Belle versucht sich als Schauspielerin bei der UFA. Belle heiratet den Theaterschauspieler Max Marty. Ihre Ehe mit dem idealistischen Max, welcher schon früh die Gefahr erkennt, die von den Nazis ausgeht, entwickelt sich nicht nach Belles Vorstellungen. Als sie zufällig Andreas Rathenberg kennenlernt, beginnt sie ein schon nach wenigen Ehemonaten ein Verhältnis.

 

Susanne wohnt bei ihrer Mutter Felicia in München. Nach dem Abitur lernt sie den SS Sturmführer Hans kennen und heiratet ihn.

Maksim ist im deutschen Widerstand aktiv und bringt auch Felicia einige Male in Gefahr. Nach dem Kriegsausbruch taucht Alexander Lombard wieder in München auf. Für Felicia wird er in den ereignisreichen Kriegsjahren eine unverzichtbare Stütze.

 

Nach der deutschen Kapitulation ist für die Familie nichts mehr wie zuvor. Viele Familienmitglieder haben den Krieg nicht überlebt und auch der ostpreußische Stammsitz Lulinn ist verloren. Die Familie muss sich neu finden und das Erlebte verarbeiten. Selbst Felicia erreicht nach all den Schicksalsschlägen ihre persönliche Grenze.

 

Der zweite Teil von Charlotte Links Familiensaga zeigt deutlich die Schrecken des Krieges und was Menschen in Extremsituationen aushalten können. Verständlich lässt sie die Figuren agieren. Vor allem zeichnet die Autorin nicht nur schwarzweiß Bilder, sondern gibt den Charakteren mit unterschiedlichen Facetten Tiefgang. Charlotte Link versteht es mit ihrer Erzählweise den Leser in den Kessel von Stalingrad zu schicken sowie ihn auch am französischen Widerstand teilhaben zu lassen. Zudem entlarvt die Autorin in unterschiedlichen Situationen die unbarmherzige Brutalität des Regimes, welche bis zum bitteren Ende ungebrochen ist.

 

Als Leser wird man sofort von der Geschichte gefangen genommen. Die Figuren sind, wie schon im ersten Teil, ganz wunderbar, nachvollziehbar und facettenreich kreiert. Ebenso ist der historische Hintergrund gründlich recherchiert. Ich gehe davon aus, dass die Autorin sich einige Interviews bzw. Zeitzeugenberichte durchgelesen hat, da sie die Gefühls- und Gedankenwelt der Charaktere authentisch wiedergibt. Meiner Meinung nach ist genau das der Punkt, der diese Romanreihe auszeichnet; die authentischen Figuren, ohne Schnörkel. Diese Familie wirkt echt.

Ich freue mich nun auf den dritten Teil, in der Hoffnung, dass die Familie nach den Kriegsjahren zur Ruhe kommt.

 

http://lesepartie.de/sturmzeit/

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