Hier ist noch alles möglich

Gianna Molinari

 

Der Roman kann die Distanz zwischen Figur und Leser nicht überbrücken. Die gezwungene Eigenartigkeit hat mich über weite Strecken gelangweilt.

Eine junge Frau beginnt ihre Arbeit als Nachtwächterin in einer Fabrik, welche kurz vor der Schließung steht. Sie bezieht ein geräumiges Zimmer in den Fabrikhallen. Nur noch wenige Mitarbeiter sind dort beschäftigt. Der Koch behauptet auf dem Gelände einen Wolf gesehen haben. Die Nachtwächterin hält die Augen nach dem Wolf offen und baut zusammen mit einem Kollegen eine Fallgrube. Wird der Wolf in diese Falle tappen?

Die Fabrik, in welcher die junge Frau ihre Arbeit als Nachtwächterin aufnimmt, wird nur noch kurze Zeit existieren. Es werden dort Verpackungen hergestellt, doch das Geschäft rentiert sich nicht mehr. Die Nachtwächterin freundet sich mit einigen der verbliebenen Mitarbeitern an. Auf dem Gelände soll sich ein Wolf herumtreiben. Einige Jahre zuvor fiel ein Mann vom Himmel, dessen Identität nie geklärt wurde. Die junge Frau denkt über den Wolf nach. Sie denkt darüber nach, wie ein Mann vom Himmel fallen kann und fragt sich, wer er war. Sie denkt nicht darüber nach, wohin sie nach der Schließung der Fabrik gehen soll.

Der Roman konnte mich leider nicht überzeugen. Besonders die Hauptfigur blieb mir fremd. Ich habe keinen Zugang finden können. Die eigene Denkweise der Protagonistin kam mir häufig zu gewollt vor. Streckenweise habe ich Seiten nur überflogen, weil ich nicht wusste, was ich damit anfangen soll. Sprachlich gut geschrieben, fehlt für mich das gewisse Etwas an der Erzählung, das mich fesselt, das mich berührt. Ob „von hier aus noch alles möglich ist“ bleibt fraglich, denn Zukunftsvisionen kommen in dem Roman nicht vor.

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