Die Erinnerung des Felsens

Mauricio Lyrio

Ein Roman der leisen, melancholischen Töne.

Philosophieprofessor Eduardo lebt in Rio de Janeiro und Unterrichtet an der Universität. Er lebt mit der Malerin Laura zusammen. Eines morgens, als er sich durch den dichten Stadtverkehr kämpft, fällt Eduardo an einer Ampelkreuzung ein Straßenjunge auf. Der Junge verkauft mit viel Geschick Limetten. Der Junge geht Eduardo nicht mehr aus dem Kopf. Bei der nächsten Gelegenheit lädt er ihn zu sich nach Hause ein. Er lässt den Jungen im Gästezimmer schlafen, kauft ihm neue Kleidung und kümmert sich um ihn. Seine Lebensgefährtin Laura stellt Eduardo mit dieser Entscheidung vor vollendete Tatsachen.
Ist das Vertrauen, das der Professor in den Straßenjunge setzt, gerechtfertigt? Was sieht Eduardo, der als Kind seine Eltern verlor, in dem Jungen?

Eines Morgens, im täglichen Verkehrsstau auf Rios Straßen, beobachtet der Philosophieprofessor Eduardo einen Straßenjungen. Etwas fasziniert ihn an der direkten Art des Jungen. So lädt er eines Tages den Jungen zu sich nach Hause ein und bietet ihm das Gästezimmer an. Seine Lebensgefährtin Laura übergeht er bei der Entscheidung. Als Kind verlor Eduardo seine Eltern bei einem schweren Unfall. Dieses tragische Ereignis veränderte sein Leben. War es tatsächlich ein Unfall oder Selbstmord? Bisher konnte ihm niemand diese Frage beantworten.

Romário, der Straßenjunge, der seine 13 Lebensjahre auf der Straße und in einem Versteck im Tunnel zugebrachte, täglich um sein Überleben kämpfte, steht im Gegensatz zu den Problemen von Eduardo, Laura und deren Freundeskreis. Trotz des Luxus, in dem sie leben, wird jeder von ihnen von den Schatten der Vergangenheit verfolgt. Wird es gelingen ihre Vergangenheit eines Tages hinter sich zu lassen?

Der Roman „Die Erinnerung des Felsens“ beschreibt das Leben in den Straßen Rios. Die Armut, die dort allgegenwärtig ist. Romàrio schildert seine Erlebnisse schnörkellos und direkt. In Rückblenden erzählt der Roman von Eduardos Suche nach Antworten zu dem Tod seiner Eltern, von der Freundschaft zu dem Arzt Gilberto und dessen Frau Marina. Die Geschichte erzählt in teils poetischer Weise, teils in melancholischer Stimmung von der Sehnsucht die Einsamkeit zu überwinden.

Der Roman von Mauricio Lyrio handelt von der Frage, die wir uns alle irgendwann stellen; wo kommen wir her, wo gehen wir hin und wie leben wir dazwischen. Auf sensible Weise beschreibt der Autor die Vergangenheitsbewältigung der Hauptfiguren. Als Gegenpol agiert Romàrio, welcher im Hier und Jetzt lebt und die Chance auf ein besseres Leben ergreift. Seine Sprache setzt sich auch im geschriebenen Wort von den Figuren ab. Romàrios direkte und pragmatische Art steht im Gegensatz zu den gedankenschwer agierenden Erwachsenen, die zwar nie das Leid der Straße, aber anderes Leid erfahren mussten.

Es ist ein poetischer Roman der eher leisen Zwischentöne, auf die man sich als Leser einlassen muss.

Den Roman habe ich am Verlagsstand „Arara“ auf der diesjährigen Buchmesse in Frankfurt gekauft. Ich möchte mich nochmals herzlich für die Empfehlung und das freundliche Gespräch bedanken.

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