Das rote Adressbuch

Romancover
Das rote Adressbuch

Sofia Lundberg

Der Roman konnte mich mit seiner Geschichte und den Figuren nicht überzeugen. Leider wird es ab dem Mittelteil völlig unglaubwürdig

Doris ist eine alte Dame und lebt allein in ihrer Stockholmer Wohnung. Als sie stürzt, muss sie operiert werden. Keine Kleinigkeit in dem ihrem hohen Alter. Um Doris beistehen zu können, reist Großnichte Jenny aus San Francisco an. In Doris Wohnung findet Jenny ein Manuskript, das Doris eigens für sie verfasst hat. Es erzählt von Doris Jugend und dem Verlauf, den ihr Leben nach dem Tod des Vaters, nahm.

Doris wertvollster Besitz ist ihr rotes Adressbuch, welches sie einst vom Vater zum Geburtstag bekam. Darin stehen Adressen von den Menschen, die in ihrem Leben eine Rolle spielten. Anhand dieses Adressbuch verfasst Doris ihre Lebensgeschichte. Sie möchte ihre Erinnerung für ihre Großnichte Jenny bewahren.
Geboren und aufgewachsen ist Doris in Stockholm, als Jugendliche kommt sie nach Paris und wird aufgrund ihres guten Aussehens als Mannequin entdeckt. Kurz nach dem Ausbruch des 2. Weltkrieges verlässt sie Europa und flieht in die USA.

Sofia Lundbergs Roman wechselt in seiner Erzählung regelmäßig zwischen den Zeiten. Es beginnt mit der alten, schon gebrechlichen Doris und führt in Rückblenden zurück zu der jungen Doris. Die chronologische Erzählung der Vergangenheit, macht es dem Leser leicht die Zeitsprünge nachzuvollziehen. Der Schreibstil der Autorin ist einfach und klar. Verschachtelte Sätze gibt es nicht. Zudem sind auch die Kapitel recht kurz gehalten.

Zu Anfang kann der Roman durch deine detaillierte, lebensnahe Schilderung überzeugen. Die alte Dame, die allein in ihrer Wohnung sitzt, sich kaum noch allein zur Toilette bewegen kann und deren einzige Abwechslung der Pflegedienst ist, berührt beim Lesen. Leider kippt die Geschichte für mich ab der Mitte des Buches. Die Geschichten rund um die junge Doris sind völlig unrealistisch und sind in keiner Weise nachvollziehbar. Es ist eine Aneinanderreihung von Geschehnissen ohne Sinn und Verstand. Dadurch werden die weiteren Kapitel langatmig und langweilig. Der Schluss setzt dann dem Ganzen noch die Krone auf und macht die Figuren vollends unglaubwürdig und fast schon lächerlich.

Ich habe den Eindruck, als ob die Autorin sich weder Mühe bei der Recherche noch bei der Entwicklung der Figuren gegeben hat. Die Hauptfigur wird im Verlauf des Romans zusehends uninteressant und farblos. Doris wirkt verantwortungslos und dumm. Sie ist eine der schwächsten Hauptfiguren, über die ich je ein Buch gelesen habe.
Leider sind meine Erwartungen an den Roman total enttäuscht worden. Sehr schade!

 

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