95 Anschläge – Thesen für die Zukunft

Thesen für die Zukunft
95 Anschläge

Die Herausgeber, Friederike von Bünau (EKHN Stiftung, evgl. Kirche) und Hauke Hückstädt(Literaturhaus Frankfurt) haben das Lutherjahr zum Anlass genommen, um 95 Personen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur, Theologie und Politik zu bitten einen Beitrag über gesellschaftlich relevante Themen zu schreiben. So vielfältig wie die Autoren, sind auch die Themen. Was beschäftigt unsere Gesellschaft im Hier und Jetzt, was sollte gesagt, verändert oder bewahrt werden?

Die Autoren kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen, aus verschiedenen Generationen und haben vielfältige Lebenshintergründe. So treibt jeden ein anderes Thema um, zu dem er Stellung nehmen möchte. Dieses Buch enthält 95 Meinungen über unsere heutige Gesellschaft. Was soll sich verändern? Was soll möglichst bewahrt bleiben? Welche Lösungen könnte es für bestehende Probleme geben? Die Themen sind vielfältig. So handelt es sich in den 95 Beiträgen um Bildung, um Fluchtursachen, um den Umgang mit Nutztieren, um Wohlstand, Umwelt, um Gott, um ethische Fragen im medizinischen Bereich und um Kulturverständnis.

Diesen 95 Thesen wird keine gesellschaftliche Umwälzung wie vor 500 Jahren folgen, dennoch sind alle Beiträge es wert gelesen zu werden. Sie kommen weder belehrend noch mit erhobenem Zeigefinger daher. Die Frage, die über allem steht ist „Wie wollen wir leben“. Das Buch bietet keine universelle Lösung, jedoch etliche Denkansätze für die Zukunft.

Wenn man sich gerne mit gesellschaftlichen Themen auseinandersetzt, ist dieses Buch zu empfehlen. Die Stärke des Buches ist die Vielfältigkeit seiner Beitragsschreiber. Es stimmt nachdenklich, dennoch lässt es einem mit dem möglichen Ausblick auf eine positive Zukunft zurück.

Manchmal ist es federleicht

von kleinen und großen Abschieden
Manchmal ist es federleicht

Christine Westermann

In „Manchmal ist es federleicht“ berichtet Christine Westermann von kleinen und großen Abschieden. Jeder Mensch erlebt in seinem Leben verschiedene Arten des Abschieds. Manche werden uns aufgezwungen, manche bestimmen wir selbst.

Genau davon erzählt Christine Westermann; von ihren Vater, der gezwungen war, Erfurt und somit die DDR zu verlassen. Seine Flucht ist im Gegensatz zu einem freigewählten Umzug sicher kein Vergleich. Was lässt man zurück und ist das, was man zurücklässt, später noch wichtig? Um etwas Neues zu wagen, muss man meist das Alte hinter sich lassen. Es ist ein sehr persönliches Buch, denn Christine Westermann schreibt nicht nur über ihre erlebten Abschiede, sondern gibt Einblicke in private Momente und Gedanken.

Es ist ein Buch, in dem sich jeder wiederfinden kann, denn Abschiede gehören zum Leben dazu. Christine Westermann versteht es hervorragend die nötigen Zwischentöne zu finden, um ihren Erlebnissen Lebendigkeit zu verleihen. Ohne viel Pathos schreibt sie über altersbedingte Einschränkungen körperlicher Beweglichkeit, über das Ende einer grandiosen Fernsehsendung und über den Umgang mit dem Tod. Ich habe das Lesen des Buches sehr genossen. Manche Stellen haben mich zum Lachen gebracht, andere wiederum haben mich nachdenklich werden lassen. Wenn man wirklich ein Maßband, als sichtbares Zeichen für Lebenszeit, zu Grunde legt, sollte man Abschiede als ein Teil des Lebens betrachten und die Furcht davor ablegen.

Ein absolut empfehlenswertes, lesenswertes Buch, geschrieben von einer ganz tollen Frau.

https://www.christine-westermann.de/