Bielefelder Literaturtage

Teil 1

Das diesjährige Motto der 23. Bielefelder Literaturtage ist ein Zitat von Jean Paul.

Entwirf bei Wein und exekutiere bei Kaffee“

Zwischen dem 04. Oktober und 02. November 2018 lasen in der Stadtbibliothek an zwölf Abenden Autoren aus ihren aktuellen Werken vor. Gerne hätte ich alle Lesungen besucht, doch leider war es dieses Jahr nicht möglich.

Den Auftakt machte Karen Duve mit ihrem historischen Roman „Fräulein Nettes kurzer Sommer“. Der Roman spinnt sich rund um die Sommerliebe von Anette zu Droste Hülshoff. Die 23jährige wird von ihrer Umgebung für eine Nervensäge gehalten, vorlaut und wenig damenhaft. Ungefragt mischt sie sich als Frau in Gespräche über das Weltgeschehen ein. Wenn sich auf dem Bökerhof die poetischen Freunde ihres Onkels treffen, finden sich darunter bekannte Romantiker wie die Gebrüder Grimm. Heinrich Straube, ebenfalls ein sehr guter Freund von Anettes Onkel August, lässt sich von ihrer eigenwilligen Art nicht einschüchtern. Er versucht sich der jungen Dame zu nähern, was von ihrer Seite keinesfalls auf Ablehnung stößt. Doch ist der verarmte Heinrich Straube der Familie der Freifrau nicht ausreichend standesgemäß.

Mit viel Witz und Charme trägt Karen Duve einige Passagen daraus vor. Im nachfolgendem Gespräch mit Prof. Huber (Vorsitzender des Vereins der Freunde und Förderer der Stadtbibliothek Bielefeld, welcher die Literaturtage mit organisiert) spürt man bis in die letzte Reihe die Begeisterung der Autorin für die Schriftstellerkollegin aus einem vergangenen Jahrhundert. Mit viel Liebe zum Detail hat Karen Duve die Geschichte dieser Liebe und dieses Sommers recherchiert. Den Roman habe ich bisher noch nicht gelesen, aber es fest vor.

Die stimmungsvolle, musikalische Untermalung an diesem Abend gastaltete Matthias Klause – Gauster am Flügel.

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